Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
14:54
15.09.2019
Gestern fand in Prishtina eine Veranstaltung der „Bewegung für Selbstbestimmung“ LPV zu den Problemen in der Landwirtschaft Kosovos statt. In Kosova lebt die Mehrheit der Bevölkerung auf dem Land. Die Armut ist hier besonders ausgeprägt. Der Redner Salih Salihu zeigte im Detail die Schwierigkeiten der Landwirte, durch die fehlgeleitete Agrarpolitik auf. Salihu forderte konkrete Maßnahmen durch den Staat, um die Situation der Bauern zu verbessern. Nach Salihu geht es darum die Landwirtschaft zu fördern und darum für die Bauern Möglichkeiten zu kreieren, um den

 lokalen Mark versorgen zu können. Konkretes forderte Salihu: Er sagte unter anderem zur Verbesserung der Situation der Landwirte sollten folgende Maßnahmen ergriffen werden:



- Die Erhöhung des Budgets für die Landwirtschaft, dieser macht derzeit nur 0,9% des Haushalts aus

- Die Bereitstellung von staatlichen Mitteln für grundlegenden Produkte, so dass es kein unkontrollierte Wachstum der Preise mehr gibt. Derzeit steigen vor allen Dingen die Brotpreise


- Die Bezuschussung von lokalen Produkten, um gleiche Wettbewerbsbedingungen auf dem Markt zu schaffen

- Überprüfung der Möglichkeiten für den Aufbau von Kapazitäten für die Herstellung von Düngemitteln im Kosova. Gegenwärtig sind die Landwirte gezwungen importierte schlechte Waren zu hohen Preisen aufzukaufen.

- Überprüfen der Qualität der eingeführten Lebensmittel

Zu diesen Thesen gab es eine ausführliche Debatte mit den Veranstaltungsteilnehmern Unter den Diskutanten waren auch Vertreter der Gewerkschaften der Landwirte.

.

Anmerkung von Genc Mustafa: In Kosova gibt es keine öffentlichen Düngemittelfabriken mehr. Die Bauern sind gezwungen an einer zentralen Verkaufsstelle in Peja, Düngemittel aus Serbien zu erwerben. Nach einer Untersuchung der Bauerngewerkschaft, sind die Düngemittel extrem schlecht und teuer. In Kosova tauchen immer wieder serbische Billigprodukte in den Läden auf. Diese Produkte werden durch den serbischen Staat subventioniert und illegal nach Kosova eingeführt. Zudem sind die Produkte oft miserabel. Vor knapp einem Jahr gab es den sogenannten Saftskandal“. Einige Säfte wurden in Serbien aus medizinischen Gründen verboten, aber in Kosova weiter verkauft.