Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
20:08
26.11.2022
Die meisten registrierten Arbeitslosen gibt es in Kosovo in der Stadt Mitrovica. In Mitrovica sind gegenwärtig 70. 338 Menschen offiziell ohne Arbeit. An zweiter Stelle kommt die wesentlich größere Stadt Prishtina, mit 68. 448 arbeitslosen Menschen. Diese Zahlen gab das „Ministerium für Arbeit und Soziales“ ( MPMS) in Kosova bekannt.Die Statistik basiert auf einer Untersuchung des Instituts MLSW. Der MLSW Bericht stellt aber höchstens eine Annäherung

an den tatsächlichen Zustand her. Viele Arbeitslose haben es schon lange aufgegeben sich arbeitslos zu melden. Die MLSW schreibt in ihrem Bericht:“ Die Statistik beruht nur auf Zahlen der Menschen welche sich in den Instituten als arbeitslos melden. Viele die Arbeit suchen melden sich nicht. Die Gesamtzahl der Arbeitslosen dürfte um einiges höher liegen“. In der Tat, in Kosova gibt es keine Arbeitslosenversicherung und damit auch kein Arbeitslosengeld. Neben den offiziellen staatlichen Büros, gibt es private Büros, welche Menschen für ein bis zwei Euro am Tag beschäftigen. An bestimmten Ausfallstraßen der Stadt stehen am Morgen Arbeitslose und bieten ihre Arbeitskraft meist für einen Tag, irgendwelchen Bauherren an. Die offiziellen Arbeitsagenturen haben keinerlei reguläre Jobs zu bieten. Fetmir Bytyci, erklärte in der Zeitung „ Koha Ditore: „ Ich bin seit vier Jahren als ARBEITSSUCHEND gemeldet. Bis jetzt habe ich kein einziges Arbeitsangebot erhalten. Ich werde versuchen ins Ausland zu gehen um meine Familie ernähren zu können“. Der Arbeiter Adil Xhelili geht nach dem Bericht von Koha Ditore nicht zum Arbeitsamt. Er schlägt sich mit Stundenjobs durch. Nach seinen Angaben verdient er damit, „20 bis 30 Euro“ im Monat.


Die Reaktion der Stadt Prishtina

Der Bericht über die hohe Zahl der Arbeitslosen ist von kommunalen „Würdenträgern“ laut Presse mit Besorgnis zur Kenntnis genommen worden. Mohammed Gashi erklärte für die Stadt Prishtina: "Alle kommunalen Entscheidungen und Investitionen unterliegen in erster Linie dem Gedanken zur Linderung der schweren Lage der Arbeitslosen beizutragen.“. Diese angebliche Strategie unterlegte der Sprecher der Gemeinde Prishtina, mit einer seltsamen Argumentation. Mohammed Gashi sagte: „ Wir wollen privaten Unternehmen durch ein vereinfachtes Verfahren und durch geringe Steuerlasten den Weg in die Hauptstadt öffnen.“. Von notwendigen kommunalen Investitionen der öffentlichen Hand, mit ordentlich bezahlter Beschäftigung sprach Herr Gashi nicht.Er will noch stärker als bisher den deregulierten Arbeitsmarkt in Prishtina, durch noch niedrigere kommunale Steuern fördern. Gleichzeitig sprach er von kommunalen Projekte in der Infrastruktur, die „die Arbeitslosigkeit senken könnten“. Selbstverständlich bekommen solche Aufträge private Firmen zu einem hohen Preis, ohne dass diese Firmen Angaben über die Zahl der Beschäftigten und ihrer Bezahlung machen müssen Wie die Stadt Prishtina viele notwendige kommunalen Projekte finanzieren will bei noch niedrigeren Steuereinkommen der Kommune wusste Herr Gashi nicht zu sagen.