Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
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22.03.2019
Bericht aus Mitrovica- Trotz der Erfolgsmeldungen aus den Büros der UNMIK wird die Lebenssituation für die meisten Menschen in Kosova immer katastrophaler. Nach der letzten Untersuchung der Weltbank, leben 50% der Bevölkerung in Kosova Armut und 15% leben in extremer Armut. Unter Armut versteht der Bericht ein Einkommen von 1,86 Euro am Tag, unter extremer Armut definiert der Bericht ein Tagesgeld von 0,93 Euro. Die letzten Untersuchungen zeigen, dass die Armut in Kosova wächst, insbesondere in der geteilten Stadt Mitrovica nimmt die Massenarmut immer extremere Formen an.

In Mitrovica gibt es gibt es 62.367 Arbeitssuchende, davon sind 28,069 Frauen. Damit sind über 70% der Menschen offiziell ARBEITSLOS. Dies ist der höchste Wert den es amtlich in Kosova gibt. Die Arbeitslosen haben keinen regulären Anspruch auf Arbeitslosengeld. Lediglich soziale Unterstützung kann beantragt werden, wenn es keine Verwandten im westlichen Ausland und keinen Esel mehr gibt. Pro erwachsener Person gibt es dann maximal 35 Euro. Die Lebenshaltungskosten in Mitrovica sind zu 80% mit den Lebenshaltungskosten in Deutschland vergleichbar.


Wie Elend aussieht


Für die Familie von Ramadan Vidishqit gibt es pro Monat 60 Euro „ Sozialgeld“. Damit kann nur schwer der Kalorienbedarf der Familie befriedigt werden. Hauptsächlich gibt es zum Essen Kartoffeln und Brot. Das Haus der Familie, rund 20 Kilometer vom Zentrum Mitrovicas entfernt ist immer noch nicht wieder vollständig repariert. Der kommende Winter bedroht, die Familie mit Kälte und Frost. Geld für ausreichende Heizung ist nicht vorhanden. Medikamente sind für die Familie nicht finanzierbar. Frau Hafizia erzählt: „ Meine drei Kinder gehen ohne jegliche Bücher und ohne Tasche zur Schule. Sie müssen bei anderen Kindern mitlesen und auf geliehenen Blättern schreiben.“


Der Ausweg heißt Trepca


Einst lebten die meisten Menschen in Mitrovica von der Arbeit im Kombinat Trepca. Die Mine in Stan Terg galt als enorm ertragreich. Es wurde viel Kupfer, Nickel, Zink und Blei abgebaut. Auch Silber und Gold wurden in der Region Mitrovica gefördert. Bereits im Jahr 1999 forderten die ehemaligen Arbeiter des Kombinates Trepca, die Produktion selbsttätig wieder in Betrieb zu nehmen. Dies wurde von der UNMIK verboten. Nur einige Bergarbeiter erhielten die Erlaubnis die Minen auf eigene Rechnung vor dem Absaufen zu bewahren. Gegenwärtig wird in den Minen auf Probe gearbeitet, um bestimmten westlichen Investoren Profite in Aussicht zu stellen. Die privatkapitalistischen Interessenten haben bereits signalisiert, mit einer kleinen Belegschaft die wenig verdient wertvolle Rohstoffe abbauen zu wollen. An den verarbeitenden Kapazitäten, an Löhnen von denen gelebt werden kann ist das Kapital nicht interessiert. Ergo unter rein kapitalistischen Gesichtspunkten gibt es für Mitrovica und Kosova keine Zukunft. Trepca muß von den Menschen wieder in Besitz genommen werden. Jegliche Privatisierung muss scharf bekämpft werden. Die Stadt Mitrovoca ist eigentlich reich, die UNMIK, der Kapitalismus und der serbische Staat machten Mitrovica arm. Damit muß Schluß gemacht werden, Trepca gehört den Arbeitern und dem Volk