Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
18:14
19.07.2019
In der geteilten Stadt Mitrovica liegt die Arbeitslosenzahl bei 80%. Ramadan Kelmendi Leiter des „ Regionalbüros für Arbeit“ in der Region Mitrovica gab diese erschreckende Zahl am 16. August gegenüber der Presse bekannt Nach den Angaben von Kelmendi, suchen gegenwärtig 62.932 Menschen in Mitrovica eine Arbeit. Von den Arbeitsuchenden sind 93,8% Albaner, 4,9% Serben und 1,2% gehören anderen Nationalitäten an.


Trepca und Massenarbeitslosigkeit

Als Hauptursache für die fundamentale Krise nannte Kelmendi den Fakt, dass einst mehr als 90% der Bevölkerung von der Arbeit im Kombinat Trepca lebten. In der Tat, Trepca war einst ein Produktionsfaktor, der in Europa die zweithöchste Zink und Bleifördezahlen erreichte. Daran schlossen sich verarbeitende Kapazitäten an. Im Jahr 1999 verweigerte die UNMIK, den Arbeitern speziell in der Mine Stan-Terg, an ihre Arbeitsplätze zurückzukehren. Zur Zeit wird in der Mine von einigen hundert Personen auf Probe gearbeitet. Das Kombinat soll privatisiert werden und es besteht eine Kaufoption für einen internationalen Konzern, unter Beteiligung des deutschen Konzerns Siemens. Die privaten Interessenten sind nicht an einer Ingangsetzung der kompletten Produktion in der Mine und schon gar nicht an den verarbeitenden Kapazitäten interessiert. Ihnen geht es um kostengünstige Förderung von Rohmaterialien, die in westlichen Produktionszentren verarbeitet werden sollen. Dabei handelt das internationale Kapital nach der Devise Maximalprofit zu erzielen. Verringerte Belegschaftszahlen verbunden mit hoher Arbeitsintensität, zum Billiglohn, ist die Perspektive welche die „ Privatisierer“ Mitrovica und Kosova anbieten. Selbstverständlich wird es nur geringe Steuerzahlungen geben.

Trepca gehört dem Volk

Die extrem hohe Massenarbeitslosigkeit in Mitrovica schreit nach Konsequenzen. Der Weg der „Privatisierer“ von Trepca ist verheerend. Das Kombinat muß seinen Eigentümern, den Arbeitern und Arbeiterinnen zurückgegeben werden. Die enormen natürlichen Reichtümer im Kombinat Trepca, müssen Mitrovica und den Menschen in Kosova gehören. Die enormen Blei, Zink, Silber und Goldvorkommen dürfen nicht an kapitalistische Konzerne verscheuert werden. Im Jahr 1999 legten die Minenarbeiter von Stan-Terg einen Plan vor wie sie selbständig die Produktion in vollem Umfang wieder in Gang setzen können. An diesen Plänen muß angeknüpft werden. Die Experimente der UNMIK, sowie die Prinzipien des kapitalistischen Neoliberalismus sind deutlich gescheitert. Notwendig ist die Überwindung der nationalen Spaltung in Mitrovica. Die einfachen Menschen auf beiden Seiten des Flußes Iber, haben die gleichen sozialen Interessen. Dafür sollten sie gemeinsam in einem unabhängigen Kosova kämpfen.