Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
06:49
17.09.2019

Sehr geehrte Redaktion, bitte übersetzen Sie die unten angeführten Gedanken zur Arbeiterbewegung und den Gewerkschaften in Kosova-- Arbeiterbewegung und Gewerkschaften in Kosova-- Auch in Kosova gibt es Gewerkschaften sowie eine Arbeiterbewegung. Allerdings ist die Arbeiterbewegung einem schweren Stand

ausgesetzt. Die Gewerkschaften in Kosova leidet unter elementaren Problemen. Die Gewerkschaftsführung der BSPK ist unter Haxhi Arifi, zu einer Organisation des Abknickens von sozialen Grausamkeiten verkommen. Meist stimmte die Gewerkschaftsführung für die Privatisierung wichtiger öffentlicher Betriebe. Dies kostete nach Angaben der Gewerkschaftsführung 76.000 Arbeitsplätze. Die meisten entlassenen Arbeiter erhielten die versprochene Abfindung nicht. Ein Arbeiter im öffentlichen Sektor erhält im Schnitt 290 Euro im Monat. In den privatisierten Betrieben gibt es einen Durchschnittsverdienst zwischen 160 bis 200 Euro. In den privatisierten Betrieben gibt es keinerlei Arbeiterrechte, oftmals wird den Beschäftigten vor der Einstellung ein Revers vorgelegt, indem sie versichern keiner Gewerkschaft anzugehören und kein Gewerkschaftsmitglied zu werden. Um so erstaunlicher ist der Fakt, dass in der Privatisierungskommission AKP neben dem sogenannten Gewerkschafter Bahri Shabani, auch die Vertreter des BSPK in den meisten Fällen der Privatisierung zustimmten. Auf offener Bühne begeht damit die Gewerkschaft BSPK, nicht nur Verrat sondern Selbstmord. Allerdings gibt es vor allem in verschiedenen Einzelgewerkschaften eine stärker werdende Opposition. Die Gewerkschaft bei der PTK ( Post und Telekommunikation) widersetzt sich entschieden der Privatisierung. Die Bauerngewerkschaft fordert steigende Abnahmepreise für landwirtschaftliche Produkte. Scharf wird die Preisschere zwischen Abnahmepreisen und den Endpreisen für die Konsumenten in den Geschäften attackiert. Es werden Genossenschaftsbanken gefordert. Oftmals sind die Bauern bei den Banken mit 19% Effektivzins verschuldet. Es gibt massiven Widerstand gegen das Bauernlegen in Kosova. Innerhalb der Gewerkschaft beim Energiegiganten KEK formiert sich ebenfalls zunehmende Widerstandsbereitschaft. Dieser Wiederstand formiert sich gegen die Privatisierung der KEK. Dazu gibt es Proteste gegen unbezahlte Überstunden und für Arbeitszeitverkürzung. Die Opposition bei der KEK sieht sich massiver Diskriminierung und teilweise Verfolgung durch das PDK Management und der PDK Dominanz in der Gewerkschaft ausgesetzt. Bei der KEK in Obelic arbeiten noch 6.000 Arbeiter und Arbeiterinnen. Vor zwei Jahren wurde der Flughafen Adem Jashari privatisiert. Ursprünglich garantierte der neue türkische Eigentümer, die Firma „ Enka“ den Beschäftigten einen Lohn von 500 Euro im Monat. Nach einigen Wochen bereits gab es Lohnsenkungen und die Vergabe von Aufträgen an Subunternehmen. Diese Subunternehmen bezahlen den Arbeitern nur 180 Euro pro Monat. Viele Arbeiter protestierten. Am Ende wurden 38 Arbeiter als „ Störenfriede“ entlassen. Der Betriebsratsvorsitzende wurde durch die Polizei vom Gelände geholt und kurzfristig verhaftet. Der offene Terror gegen kämpfende Arbeiter hat in Kosova ein bestimmtes System. Vor einigen Jahren wurden zwei Gewerkschafter in der Ausbeutungshölle Ferronikel, in Drenas nach einem Gespräch mit Ministerpräsident Thaci, nicht nur entlassen sondern wiederum von der Polizei vom Betriebsgelände weg verhaftet. Damit soll den Arbeitern signalisiert werden: „ Wagt es ja nicht Widerstand zu leisten“. Dennoch erlebt die Opposition und die Arbeiterbewegung in Kosova eine gewisse Renaissance. In Mitrovica stehen die Bergarbeiter geschlossen gegen die Privatisierung des Rohstoffgiganten Trepca. Hier wie in einigen anderen Betrieben muss die ethnische Spaltung der Arbeiterklasse überwunden werden. Die serbischen Arbeiter im Norden Mitrovicas und die albanischen Arbeiter müssen die ethnische Spaltung ihrer Stadt im gemeinsamen Interesse der Klasse überwinden.

 

 

A- L Kosova

 

Übersetzung Max Brym