Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
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17.09.2019

Seit vergangenem Donnerstag führen die Arbeiter aus Ferizaj, einen Hungerstreik in einem Zelt vor dem Parlamentsgebäude in Prishtina durch. Die Arbeiter kommen alle aus einer faktisch stillgelegte und privatisierten Stahlröhrenfabrik aus Ferizaj. Der Leiter der Streiks Ali Shabani, erklärte gegenüber der Presse:“ Aus den Dokumenten können Sie kriminellen Aktivitäten gegen die Arbeiter aus der ehemaligen modernen Stahlröhrenfabrik entnehmen.“ In der Tat, die Dokumente sprechen für sich. Am 27. Februar 1990 wurde 912 Arbeiter aus der Fabrik, durch das Milosevic Regime entlassen. Damals klagten die Arbeiter gegen ihre Entlassung vor internationalen und serbischen Gerichten. Ihre Klagen wurden abgewiesen. Im Jahr 2001 gingen die immer noch arbeitslosen Kollegen und Kolleginnen vor das Stadtgericht in Ferizaj. Noch immer wurden sie von ihren Arbeitsplätzen ferngehalten. Am 11. Januar 2002 entschied das Amtsgericht in Ferizaj zu Gunsten der Arbeiter und Arbeiterinnen, bezüglich der Entschädigungszahlungen. . Ab dem 11. März 2002 war die Entscheidung rechtsgültig. Es bestand das Recht, entweder Geld zu erhalten oder an die Arbeitsplätze zurückkehren zu dürfen Am 16. Januar 2006 wurde den Arbeiter durch das Gericht das Recht zugesprochen insgesamt 25.649.250 Euro  +3 % Zinsen zu erhalten. Bis zum heutigen Tag wurde keinerlei Entschädigungen bezahlt. Am 21. November 2007 wurde bekannt geben, dass die Firma für 3 Millionen Euro im Spin -off- Verfahren privatisiert wurde. Der neue Eigentümer beschäftigte nur noch 350 Arbeiter und Arbeiterinnen. Der Vertrag verpflichtete den neuen Eigentümer rund 13.200.000 € zu investieren. Diese Investitionen sind allerdings nicht erfolgt. Von eins 912 Arbeitern verblieben nur 350 Arbeiter. Heute arbeiten in der privatisierten Unternehmen nur noch knapp 80 Arbeiter. Ihr Monatslohn beträgt knapp 90 € im Monat. Mit der Privatisierung wurden sämtliche Arbeiterrechte liquidiert. Die Regierung lässt es auch zu, dass sämtliche Verträge mit den Arbeitern gebrochen worden. Die Stahlröhrenfabrik in Ferizaj stellt heute nur noch eine unwesentlich arbeitende Ruine zu Gunsten des privaten Profites dar. Die Arbeiter und Arbeiterinnen in dem Zelt vor dem Parlament in Prishtina, kämpfen für ihre elementaren Rechte. Einst war die Stahlröhrenfabrik in Ferizaj der wichtigste Produzent vor Ort. Die Stahlfabrik wurde in den frühen siebziger Jahren aufgebaut. Sie war mit 60 % die wichtigste Einnahmequelle für die Stadt Ferizaj. Die Privatisierung an ein türkisches Unternehmen, stellte eine Niedergang des Lebens der Arbeiter und der Stadt dar. Die Gemeinde Ferizaj verlor sehr viele Eigennamen, das Unternehmen war einst ein wichtiger Produzent von Stahlröhren für den europäischen Markt. Die große Masse der entlassenen Arbeiter erhielt keinerlei Entschädigung. Von den Arbeitern, die Entschädigung nach dem Gesetz beziehen sollten sind bereits 350 verstorben,. Nach Ali Shabani müssen auch deren Familien Entschädigungen erhalten. Insgesamt führten die Arbeiter bis dato 119 Protestaktionen durch. Der gegenwärtige Hungerstreik richtet sich direkt gegen die Regierung, der das Schicksal der Arbeiter egal zu sein scheint und die sich nicht an geltende Gesetze hält. Die Arbeiter und Arbeiterinnen wollen „bis zum Schluss kämpfen“. Solidaritätserklärungen gibt es bereits aus der Schweiz, von Teilen der Gewerkschaft UNIA. Es ist an der Zeit, dass sich auf deutsche Gewerkschafter mit den Protesten der Arbeiter in Kosova solidarisieren. Dazu verweisen wir auf die Veranstaltung am 22. März in München.

 

Erinnerung Veranstaltung in München -Der Kampf der Arbeiter und Arbeiterinnen in Kosova

http://www.kosova-aktuell.de/index.php?option=com_content&view=article&id=2646:erinnerung-veranstaltung-in-muenchen-der-kampf-der-arbeiter-und-arbeiterinnen-in-kosova&catid=31&Itemid=115



Quellen

http://www.zeri.info/artikulli/28771/tenda-e-bardhe-para-qeverise



http://prointegra.ch/solidarizim-me-grevistt-ish-puntort-e-fabriks-s-gypave-t-ferizajt/

 

 

 

Zelt der Hungerstreikenden