Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
14:35
27.06.2019

Die „Gewerkschaft für die Arbeiter in den privatisierten Betrieben Kosovas“ legte in Prishtina, eine erschreckende Studie zur Lage der Arbeiter in den privatisierten Betrieben des Landes vor. Aus der Studie geht hervor, dass die Arbeiter und Arbeiterinnen in der Masse der privatisierten Betriebe, über keinerlei Rechte verfügen. Die Privatkapitalisten heuern und feuern, die Arbeiter nach

belieben. Es existiert keinerlei Kündigungsschutz. Oftmals müssen die Arbeiter vor der Einstellung Reverse unterschreiben, worin sie versichern, „sich nicht gewerkschaftlich zu betätigen“. Aber damit ist noch lange nicht Schluss. In vielen Betrieben warten die Arbeiter bis zu sieben Monate auf ausstehende Lohnzahlungen. Der Vorsitzende der Gewerkschaft für den Bereich der Privatindustrie Yusuf Azzam, sprach von „unhaltbaren Zuständen“ welche die Gewerkschaft nicht länger hinnehmen wird. Neben den nichtbezahlten Löhnen kritisierte Azzam, „die elementar schlechte Bezahlung im Bereich der privatisierten Betriebe“. In vielen Betrieben erhalten die Arbeiter und Arbeiterinnen, wenn sie denn bezahlt werden oft nur 120 € im Monat netto. Dieser Lohn ist ein absoluter Hungerlohn. Die Preislage in Kosova ist in vielen Bereichen mit der Preislage in Deutschland vergleichbar . Die Gewerkschaft will Proteste organisieren für höhere Löhne und elementare Arbeiterrechte. Ab kommenden Montag sollen die Proteste und Streiks vor und in wichtigen Betrieben beginnen. Bei der Firma „Omi Impex“ in Prishtina stehen die Löhne seit sieben Monaten aus. Von kommenden Montag an wird dieser Betrieb bestreikt. Die Metallfirma “Adem Jashari” hat zwar einen Tarifvertrag unterzeichnet, allerdings fühlen sich die Kapitalisten nicht daran gebunden. Yusuf Azzam erklärte dazu:“ Die Arbeiter in dieser Firma fahren oftmals 30 km am Tag, um an die Arbeitsplätze zu gelangen. Das Nettogehalt von 120 € im Monat steht im völligen Widerspruch zum Arbeitsrecht und dem unterzeichneten Tarifvertrag. Es gibt in dieser Firma keinerlei Urlaubsrecht, sowie keinen Kündigungsschutz.“ In dem Bericht der Gewerkschaft werden viele privatisierte Firmen benannt, „die sich nicht im geringsten an das offizielle Arbeitsrecht halten“. Es werden Firmen aufgeführt, welche mit allen Mitteln jegliche gewerkschaftliche Organisierung unterdrücken. Es ist ein positives Signal wenn die Gewerkschaft erklärt, gegen diese Akte der extremen Ausbeutung und der Negierung von Arbeiterrechten kämpfen zu wollen. Dieser Kampf ist auch notwendig. Prinzipiell notwendig ist eine Gewerkschaft, welche sich kämpferisch aufstellt und vor allen Dingen neue und junge Mitglieder gewinnt. Bis dato war die Gewerkschaftspolitik des öfteren nur auf den Dialog und die Unterzeichnung von Verträgen gerichtet. Diese Politik ist gescheitert. Es besteht die Notwendigkeit die Arbeiterbewegung in Kosova zu reaktivieren, sowie den kapitalistischen Privatisierungsprozess grundsätzlich infrage zu stellen.

 

Quelle http://koha.net/?id=27&l=30526

- 2014-10-23 15:55:46