Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
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18.08.2019

Der in den USA lebende Professor Besnik Pula aus Kosova, hat einen sehr wichtigen Artikel zur sozialen Lage in Kosova geschrieben. Wir dokumentieren den Artikel leicht gekürzt. Die Redaktion. „ Elend, Verwahrlosung, Depression und Selbstmord, früher Tod, Tendenzen zum politischen Extremismus , Kriminalität, Gewalt und Migration - sind einige sichtbare Erscheinungsformen der

Arbeitslosigkeit. Die Folgen der Arbeitslosigkeit wirken variabel innerhalb der Bevölkerung. Die Arbeitslosigkeit trifft , Kinder, Jugendliche, sowie Männer und Frauen im mittleren und höheren Alter in unterschiedlicher Form. Es gibt ländliche und städtische Not. ---------- Not und Demoralisierung sind universelle Risiken.Die Depression und die Selbstmorde sind häufiger bei jungen Menschen und Menschen im mittleren Lebensalter und insbesondere bei den Männern, die die Hauptlast der Sicherstellung des Überlebens der Familie tragen zu beobachten. Der Wunsch nach Emigration ist weit verbreitet in dieser Population. ------ Die Leute möchten in ein reiches Land, um mittels der dortigen Jobs, die Existenz der Familie zu sichern. Die relativ gleichmäßige Verteilung des Landbesitzes, war ein positives Erbe des Sozialismus. Dieser Landbesitz hat einige der gravierendsten Probleme von Arbeitslosigkeit und Armut einige Zeit verhindert.Wir sehen , dass die meisten von Armut und Arbeitslosigkeit diejenigen sind die keinerlei Eigentum haben, Aber auch . dieser "Hebel", mildert nur die Auswirkungen der Armut. Das kann allerdings nicht langfristig aufrechterhalten werden. Es gibt ständigen Druck auf dieses landwirtschaftliche Eigentum. Neue Generationen und Familien entstehen. Der Landbesitz ist meist zu klein, um ihn weiter aufzuteilen. Dadurch entstehen Konflikte in den ländlichen Familien. -------- Der bäuerliche Kleinbesitz sichert nur noch die minimale Existenz. Die meisten landwirtschaftlichen Betriebe sind mit Hypotheken belastet. Die Betriebe gehören faktisch städtischen Banken. ------------

In Kosova sind offiziell 145.000 Arbeitslose gemeldet und registriert. Bei einer Bevölkerung von mehr als 2 Millionen sind 700.000 Menschen, arbeitsfähig. Die Mehrheit der Bevölkerung Kosovas ist nicht in den Arbeitsmarkt eingebunden. Die meisten Menschen haben resigniert. Kosova ist das Land auf dem Balkan indem die meisten Arbeitslosen nicht mehr registriert sind.-------------. Die Ökonomie, die Produktion von Waren und Dienstleistungen werden von einer Minderheit erstellt. Die Mehrheit der Bevölkerung Kosovas wird als nicht „ verwertbar“ betrachtet. Davon sind im besonders hohen Maß die Frauen betroffen. Frauen werden immer deutlicher auf die Hausarbeit zugunsten der Männer reduziert. Auf dem Arbeitsmarkt gibt es keine Nachfrage nach qualifizierter Frauenarbeit. Auf der anderen Seite gibt es innerhalb höherer Lohngruppen sehr wohl viele Frauen. Dies ist aber nur ein Teilaspekt. Er verdunkelt nur die Realität, dass die meisten Frauen keinen Zugang zum Arbeitsmarkt haben. --------- In den meisten Familien herrscht die patriarchale „ Kultur“.

Die Beschäftigungsstruktur lässt keinen Raum für irgendwelche Hoffnungen. Der größte Arbeitgeber ist der öffentliche Sektor in Kosovoá, dazu gehören Unternehmen wie die PTK ( Post und Telekommunikation) und KEK ( Energieversorger) . Der Druck durch die Massenarbeitslosigkeit führte in diesen Betrieben zum offenen Klientelismus. Oftmals muss man der „ richtigen Partei“ oder der „ richtigen Familie „ angehören um seine Existenz zu sichern. Die staatlichen Betriebe sind in der Hand von Parteien und bestimmten Politikern. ------ In der Privatwirtschaft sind die kleinen Unternehmen dominierend.-------- Grundsätzlich gibt es in den privatisierten Betrieben keinerlei soziale Sicherheiten. Die Löhne sind niedriger und es gibt keinerlei Arbeiterrechte. Die Beschäftigung im öffentlichen Sektor, garantiert zumindest die feste Vergütung und eine gewisse Sicherheit bezüglich des Arbeitsplatzes. Die meisten Arbeitslosen hingegen sind seit langer Zeit arbeitslos. Das Schlimmste ist, dass die Arbeitslosigkeit zur allgemeinen Kultur gerechnet wird. Arbeitslosigkeit wird als normal betrachtet und hingenommen.

 

 

 

Dennoch ist die Arbeitslosigkeit das Problem Nummer eins für die politische und soziale Entwicklung in Kosova. Die politische Parteien scheinen dies gespürt zu haben. Die jüngsten Wahlen waren durch eine beispiellose Demagogie „gegen die Arbeitslosigkeit“ gekennzeichnet. . Hundetausenden wurde Arbeit versprochen. Diese Versprechungen der Regierungsparteien waren pure Demagogie. Es fehlte jegliches Konzept und jegliche klare Aussage. Aber die Regierungspartei hat mittels der Verfügung über staatliche Betriebe und Aufgaben, die reale Möglichkeit einen bestimmten Klientelismus zu betreiben. Dadurch maskiert sie ihre Tatenlosigkeit bezüglich der herrschenden Massenarmut, gegenüber einer bestimmten Klientel.----------- Die Tragödie ist jedoch, dass wir Zerstörung und Degeneration stoppen müssen.---------- Es ist Zeit, dass die Arbeitslosigkeit nicht als sekundäres Problem behandelt wird , die Arbeitslosigkeit ist eine grundlegende gesellschaftliche Herausforderungen (und nicht nur eine wirtschaftliche), für ein Land wie Kosova

 

Text Besnik Pula Übersetzung Max Brym

Bild Besnik Pula 

Po! Jemi popull emigrantësh - Besnik Pula