Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
18:41
22.08.2019

Sehr geehrter Herr Brym liebe Redaktion / Anbei einige Betrachtungen zur Lage in Kosovo. Die Armut ist das wesentliche Prädikat welches die Lebensrealität in Kosova bestimmt. Mein Vater kann sich mit 45 Euro Rente nicht mal die nötigen Medikamente leisten. Ich muss ihm für seinen Lebensunterhalt Geld schicken. Ich selbst verdiene in Deutschland als Leiharbeiter nicht viel. In Kosova gibt es Widerstand gegen die miese soziale Lage.

Leider ist der Widerstand oftmals nicht koordiniert genug. Die Gewerkschaftsvertreter sitzen mit in der Privatisierungsagentur AKP. Die Privatisierungsagentur wirbt auf ihrer Website mit den „billigen und flexiblen Arbeitskräften in Kosova“. Außerdem wird auf die „ geringe Steuerlast“ bezüglich der Investitionen hingewiesen. Ergo Gewerkschaftsführer beteiligen sich am sozialen Ausverkauf Kosovas. Die dringlichste Aufgabe ist die Reaktivierung der Arbeiterbewegung in Kosova. Wir brauchen neue Gewerkschaften und eine wirkliche Arbeiterpartei .Das Program der LPV bietet hierzu gute Ansätze. Grundsätzlich steht die „ Bewegung für Selbstbestimmung“ gegen die Privatisierung von nationalem Eigentum. Die LPV fordert einen „ nationalen Plan“ um die Wirtschaft Kosovas mittels „gesellschaftlichem Eigentum“ weiter zu entwickel. Für die kleinen und mittleren Unternehmen fordert sie staatliche und gesellschaftliche Kontrolleist.. Aber all dies genügt nicht, Kosova braucht neben der LPV in der verschiedene Kräfte am Werk sind eine wirkliche Klassenorganisation. Ich denke nämlich, dass die Befreiung Kosovas eine Klassenfragefrage. ist. Das beginnt schon bei der Frage der Erkämpfung des nationalen Selbstbestimmungsrechtes. Die Mafia in Kosova hat daran kein Interesse. In Wahrheit kümmern sie sich nur um ihre Geldbörsen. Die nationale Befreiung ist demzufolge eine Klassenfrage. Nur die Armen, die Bauern und die Arbeiter sind bereit dafür zu kämpfen.. Es wird aber keine Lösung der nationalen Frage geben, wenn sich dieser Kampf nicht mit der Lösung der sozialen Frage kombiniert. Kein Arbeiter Kosovas und kein Arbeiter in Albanien werden um die nationale Einheit kämpfen, wenn sich dieser Kampf nicht mit der Lösung der sozialen Frage verbindet. Zusätzlich bietet nur ein wirklich soziales Programm die Möglichkeit einen Teil der Serben in Kosova zu gewinnen. Es muss den Serben ein soziales Angebot unterbreitet werden um, sie von den serbischen Nationalisten in ihren ehtnisch reinen Gebieten zu lösen.

 

G.A. Burghausen

 

Pardon für die Rechtschreibfehler