Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
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07.12.2019
Immer wieder erreichen Kosova Aktuell Zuschriften in denen Herr Brym ( Chefredakteur von Kosova-Aktuell) wegen seines Artikels zum Fußballverein TSV 1860 angegriffen oder belobigt wird. Hierzu bemerkt die Redaktion: Herr Brym ist auch Sportjournalist, er hat wie so oft einen Artikel zum Fußball in zwei deutschsprachigen Medien veröffentlicht. Der Artikel welcher in einer Berliner Tageszeitung ( Print) und auf Indymedia unter http://de.indymedia.org/2011/03/302901.shtml veröffentlicht

 wurde hat normalerweise nichts mit Kosova-Aktuell zu tun. Dennoch scheinen auch viele Leserinnen und Leser von Kosova-Aktuell ein Herz für die schönste Nebensache der Welt zu haben. Anbei drucken wir einen Leserbrief eines Ultra- Löwenfans aus Prishtina ab. Der Brief gibt teilweise die Haltung bestimmter Löwenfans in München wieder. Anschließend die Antwort von Max Brym. Für die Redaktion Deniz Faber

Leserbrief 1860 soll in die Bayernliga

 

Sehr geehrter Herr Brym- Ihr Artikel „ Rettet die Löwen“ ist paradox. Der Club, mein Club, ist Pleite Wollen Sie wirklich die Leidenszeit verlängern ? Ich habe jahrelang in München mit den Löwen gelitten und viele meiner Landsleute haben mich ausgelacht. Ein Neuanfang ohne Großinvestor und ohne das Geld der Bayern scheint mir ehrlicher. Warum plädieren ausgerechnet Sie für den Kommerz und für Fußball als Geschäft ?

A.K. Prishtina

 

Die Bayernliga ist kein Ausweg- Antwort von Max Brym

 

1860 München ist der Verein der kleinen Leute. Jede soziologische Untersuchung bestätigt das. Der TSV 1860 München ist ein Traditionsverein der erhalten werden sollte. Natürlich ist moderner und erfolgreicher Fußball ohne Commerce, unter den gegebenen Umständen nicht möglich. Wenn Sie die Umstände ändern wollen dann bin ich ganz Ohr. Die von Ihnen favorisierte fünftklassige Bayernliga ist ebenfalls ohne Investoren nicht zu haben. Selbst in der C- Klasse gibt es bereits unter der Hand Geld. Der örtliche Bauunternehmer oder Großlandwirt ist meist Präsident und Hauptsponsor. Ein Verein wie Wacker Burghausen kam nur deshalb kurzweilig aus dem Amateurlager in die zweite Bundesliga, weil die Firma Wacker Burghausen als Geldgeber hinter dem Verein stand. Das Gerede von den sauberen Händen in der Bayernliga ist das haltlose Geschwätz einiger verwirrter Löwenfans. In diesem System, unter diesen Bedingungen regiert im Fußball auf jeder Ebene das Geld. Natürlich ist das auch beim TSV 1860 der Fall. Die Masse der Löwenfans hat keine Lust plötzlich in der Bayernliga unterzutauchen. Es geht also darum den Verein zu erhalten und Mittelfristig den Aufstieg in die erste Bundesliga anzupeilen. Im letzteren Fall würden sich die Finanzprobleme fast von selbst erledigen. Sehr schnell benötigt jetzt 1860 Geld. Es geht nur um die lächerliche Summe von 8 bis 12 Millionen Euro. Die Summe ist deshalb so lächerlich, wenn man bedenkt, wie viel Milliarden die „ Bayerische Landesbank“ am Balkan versenkt hat. Wenn Herr Hoeneß jetzt dem TSV 1860 entgegenkommen will dann nicht weil er die Löwen liebt, sondern weil er 1860 als Mieter im Stadion braucht. Das Geld von Hoeneß ist nicht schmutzig sondern eine legitime Forderung der Löwen an die Bayern. Bekanntlich musste 60 im Jahr 2006 Stadionanteile an Bayern für eine lächerliche Summe abgeben. Wenn jetzt ein Investor oder genauer gesagt ein Kapitalist kommt, um 1860 zu retten, so ist das GUT UND NICHT SCHLECHT. Ich habe keine Lust darauf 1860 in der Bayernliga zu sehen und dort zu erleben wie kleine und mittlere Unternehmen angesprochen werden, um den Verein nach OBEN zu bringen. Also lieber weiter oben Sponsoren finden und ins ungeliebte Stadion gehen.

Viele Grüße

Max Brym

 

Dokumentation Artikel von Max Brym auf Indymedia zu 1860 München am 19. März

 

Rettet den TSV 1860 München -Dramatische Pressekonferenz in München

Der Fußballverein TSV 1860 München steht am Abgrund. Vor dem Spiel gegen den Karlsruher SC gaben Geschäftsführer Schäfer und Präsident Schneider, am vergangenen Freitag eine Pressekonferenz. Die Pressekonferenz war ein einziger Hilfeschrei. Für die laufende Saison muss der TSV 1860 München, 3,5 Millionen Euro auftreiben und für die kommende Saison 4,5 Millionen € um die Lizenz zu erhalten. Die Deadline bei der DFL endet am 1. April. Den Löwen bleibt nur wenig Zeit um die benötigten Gelder aufzutreiben. Geschäftsführer Schäfer erklärte in der Pressekonferenz: „ In München darf es nicht nur einen Club für die Maximilianstraße. und die Champagnertrinker geben. München braucht einen Verein für die normale Familie und den Lehrling.“ Direkt appellierte damit Schäfer an die Stadt München, dem „ Arbeiterverein“ zu helfen. Offensichtlich sind einige potentielle Investoren und Banken abgesprungen. Dem TSV 1860 München droht der Absturz in die fünftklassige Bayernliga. Dies obwohl Schäfer und Schneider sich optimistisch zeigten, um die Lage doch noch zu retten. Eine Garantie vermochten SIE aber nicht abzugeben.

Was zur Misere führte

Der ehemalige Meisterlöwe Fredi Heiß erklärte heute in der tz: „ Ich denke mit Grauen an den Tag im Jahr 2001 als wir beschlossen haben den Stadionbau mitzumachen. Wir haben uns einfach übernommen.“ In der Tat, der ehemalige Präsident Wildmoser setzte den Einstieg der Löwen -zum gemeinsamen Stadionbau mit dem FC. Bayern- durch. Die Volksabstimmung zwecks Bau der Allianz Arena gewannen die Befürworter des Stadionbaus, Stadt, FC. Bayern TSV 1860, nur weil eben auch die „Sechziger“ offiziell mitmachten. Heute sind die „ Löwen“ nur noch Mieter in der Arena. Pro Jahr bezahlen sie an den FC. Bayern Stadionmiete und Cateringkosten in Höhe von 5,5 Millionen Euro. Aber es hat wenig Zweck, die Vergangenheit noch Näher zu analysieren. Es kommt darauf an hier und jetzt die Löwen zu retten.

Was nun ?

Jedem echten Löwen blutet angesichts der engen Verquickung von Fußball und Business das Herz. Gerade deshalb muss jetzt unbedingt der Freistaat und die Stadt München in die Verantwortung genommen werden. Die Bayerische Landesbank setzte Milliarden auf Kosten des Steuerzahlers am Balkan in den Sand. Es wäre angebracht vom Freistaat zu verlangen, Landesbankgelder in die Sanierung des TSV 1860 zu investieren. Selbst nach einem Gutachten der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft „Deloitte“ gilt 1860 als Sanierungsfähig. Das Risiko Geld zu verzocken geht gegen Null und der Betrag ist etwas für die Portokasse der Landesbank. Ähnliches gilt für die Kreissparkasse München. Die Stadt kann und muss aktiv werden. Krokodilstränen des langjährigen Löwenfunktionärs Oberbürgermeister Ude- helfen nicht. Die Stadt ist kreditwürdig und verfügt über Rücklagen, Eigenkapital, sowie hochprofitable Stadtwerke. Der nötige Geldbetrag, um 1860 zu retten ist für die Stadt kein Problem. Zudem hat die Stadt München ,die Misere des TSV 1860 München mitzuverantworten. Der Stadionbau auf den die Stadt drängte führte letztendlich zur jetzigen Finanzsituation der Löwen. Zur Not könnte die Stadt, die Kosten für die Rettung der Löwen auf die Firma Allianz als Sonderabgabe umlegen. Seit Jahren spielte auch 1860 in der Allianz Arena und lief damit Werbung für die Allianz Versicherung.

Ein sympathischer Gedanke

In der Pause und nach dem Spiel diskutierte ich mit einigen Löwenfans über die Lage. Einige meinten: „Notwendig sei eine Massendemonstration und eine Kundgebung der Löwenfans vor dem Münchner Rathaus.“ Dieser Gedanke hat etwas, es bringt wenig nur auf den 1. April „SCHICKSALSERGEBEN“ zu warten. Die beste Unterstützung für den Verein ist tatsächlich die Selbstaktivität der Löwenfans.

PS: Das Spiel zwischen 1860 München und dem KSC endete 5:1. Die jungen Löwen unter Trainer Rainer Maurer überzeugten durch Kampf und Spielwitz. Das Spiel war an diesem Abend vor allem für die Vertreter der schreibenden Kunst, ziemlich nebensächlich.

Aus Indymedia http://de.indymedia.org/2011/03/302901.shtml