Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
22:25
07.12.2019

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 Der Redaktion von Kosova Aktuell werden viele Leserbriefe zugeschickt. Meist gehen die Fragen und Meinungen direkt an den Chefredakteur von Kosova- Aktuell, Herrn Max Brym. Wir dokumentieren einige Briefe und die Antworten von Max Brym in Auszügen. Dokumentation A.S. Kosovo- Sehr geehrter Herr Brym viele Ihrer Artikel speziell zur Armut in Kosova gefallen mir sehr. Auf der anderen Seite übertreiben sie oft und machen nur alles schlecht. Sie verteidigen

 

 

faktisch das Verhalten der LPV nicht an der Zeremonie über ein Fairnessabkommen mit den anderen Parteien in Prishtina teilgenommen zu haben. Warum was haben Sie gegen ein Abkommen der Parteien im Wahlkampf, loyal miteinander umzugehen ?


Antwort Sehr geehrter Herr S. Eigentlich bin ich der falsche Ansprechpartner was die Entscheidungen der LPV betrifft. Wenn Sie Kritik an der LPV haben müssen Sie diese Kritik mit den Mitgliedern der LPV besprechen. Dennoch erlaube ich mir eine Meinung zum Fernbleiben der LPV, bezüglich des Fairnessabkommens zwischen den Parteien in Kosova, unter Aufsicht des US-Botschafters Dell. Es gibt bekanntlich des öfteren Abkommen zwischen der Mafia und der Camorra in Italien, mit dem Inhalt fair miteinander umzugehen. Es wäre absolut absurd an solchen Gesprächen zwischen zwei kriminellen Banden teilzunehmen. In Kosova aber wird ein Abkommen zwischen kriminellen Organisationen welche sich Parteien nennen in den Medien begrüßt. Oder wagen Sie es diese Diagnose anzuzweifeln. Aus welchen Quellen stammen denn die Mittel für die Villen, die Autos und die Mätressen der politischen Kaste in Kosova ?

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Foto Ein Mann und seine Mätressen

Viele Grüße Max Brym


Sie sind ein Linker


Frage K. A. Sehr geehrter Herr Brym,

ich begrüße sehr ihr Angament für Kosova. Dennoch frage ich mich wie man als linker Politiker, die Interessen Kosovas vertreten kann. Gegen uns waren doch immer die linken Parteien


Antwort.


Sehr geehrter Herr A


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Ein linker Politiker wie Lenin trat bedingungslos für das Recht auf nationale Selbstbestimmung ein. Die Balkan Resolution der Komintern ( Kommunistische Internationale) aus dem Jahr 1924 fordert dieses Recht für alle Nationen im damaligen Königreich der „Kroaten-Serben und Slowenen“ . Nicht umsonst arbeitete der Ende 1924 gestürzte albanische Politiker und Patriot Fan Noli, eng mit der Komintern, gegen den mit serbischer Hilfe installierten späteren König Zogu zusammen. Im Jahr 1912 schrieb der Journalist und Revolutionär Leo Trotzki als Balkan Korrespondent viel über den serbischen Terror in Kosova und Mazedonien. Dies kann in dem Buch Leo Trotzki „ Die Balkankriege“ nachgelesen werden. Auf der Konferenz von Bujan Ende 1943 kämpften Fadil Hoxha und ANDERE, um das Selbstbestimmungsrecht der Albaner nach dem Sieg über den Faschismus. Die Teilnahme am antifaschistischen Befreiungskampf war für die Albaner in Kosova nicht nur eine richtige Entscheidung, sondern sie sicherte auch ihre Existenz als Nation in Kosova. Denn ohne die Teilnahme am antifaschistischen Widerstand wäre es ihnen ergangen wie den deutschen Kollaborateuren im Banat. Rund 400000 Deutsche und -damit fast alle wurden aus Jugoslawien vertrieben obwohl nicht jeder von ihnen ein Faschist war. In Jugoslawien unter Tito wurden die Albaner weiter als Nation unterdrückt. Dies nicht weil Tito, oder gar Rankovic echte Marxisten waren, sondern weil der serbische Nationalismus sich einen linken Deckmantel zulegte. Der Terror unter Milosevic hatte nichts mit dem Arbeitsstil und der Programmatik einer wahrhaft „Sozialistischen Partei“ gemein. Milosevic war offener Nationalist ohne jegliche linke Maskerade. Dies ließ ihn völlig ungeniert den nationalistischen Terror betreiben. Die kommunistische Rhetorik Titos begrenzte in einem gewissen Maße den nationalistischen Terror gegen die Albaner. Erst als die kommunistische Rhetorik aufgegeben wurde, konnte der Terror gegen die Albaner umfassend werden. Heute tritt der bekannte linke Philosoph Zizek aus Slowenien, für das Recht Kosovas auf die Vereinigung mit Albanien ein. Welcher rechte bürgerliche Politiker macht dies in Europa ? Die fast offen faschistische FPÖ in Österreich unterstützt Serbien und die „Serbischen Radikalen“ , die deutsche NPD hat Beziehungen mit der extremen Rechten in Serbien. Parteien wie die SLP ( Sozialistische Links Partei) in Österreich, kämpft hingegen nicht nur gegen die FPÖ in Österreich, sondern sie hat zum Selbstbestimmungsrecht Kosovas eine richtige Haltung. Der Europaabgeordnete Joe Higgins aus Irland, von der dortigen „Sozialistischen Partei Irlands“ solidarisierte sich offen mit Albin Kurti und forderte ein Ende der politischen Verfolgung der LPV. Frage welcher bürgerliche Politiker außer einigen Linken, folgte in dieser Frage Joe Higgins im Europaparlament. Jetzt aber noch eine kurze Anmerkung zur Lage in Kosova selbst- Ich persönlich denke dass Kosova statt einer neoliberalen Politik, eine linke Politik benötigt. Dabei vertrete ich das marxistische kategorische Imperativ- „Alle Verhältnisse radikal in Frage zu stellen in denen der Mensch ein unterdrücktes, verlassenes und beleidigtes Wesen ist.“ Letzteres ist das Kriterium für linke Politik. Links ist nicht wer behauptet links zu sein und nur den Ehrgeiz hat ein widerlicher Bürokrat zu werden. Links ist jemand der bedingungslos jede Unterdrückung, sei sie nun sozial oder national bekämpft. Solche Politiker mit Opferbereitschaft benötigt Kosova.


Viele Grüße Tung Max Brym


E. C Sie sind Jude


Herr Brym ich habe gelesen dass Sie Jude sind. Dann müssen Sie doch Geld und Macht haben, um uns zu helfen

Antwort


Sehr geehrter Herr C


Ich wurde als Jude geboren. Ergo dies war nicht von mir geplant, sondern ein biologischer Zufall. Erklären Sie mir Bitte warum ein Jude Macht und Geld haben soll ? Es gibt Juden mit Geld und es gibt Juden ohne Geld. Es gibt Juden mit Macht und Juden ohne Macht. Leider gehöre ich zu den Juden ohne viel Geld und noch weniger Macht. Aber vielleicht haben Sie ja Recht. Ich schicke Ihnen meine Kontonummer und Bankverbindung zu. Vielleicht können Sie „meinen Bankdirektor“ überzeugen, dass ich viel Geld habe. So jetzt aber Spaß beiseite. Sie sitzen einem bösen antisemitischen Vorurteil auf. Es gibt in der Realität jüdische Arbeiter und jüdische Kapitalisten. Beide haben objektiv keine gemeinsamen Interessen. Es bleibt eine historisch wertvolle Tat, dass in Albanien, als einzigem faschistisch besetzten Land in Europa nach der Befreiung wesentlich mehr überlebende Juden gab als vorher. Besudeln Sie nicht die wertvolle albanische Toleranz und Hilfsbereitschaft, gegenüber anderen mit antisemitischen Schund, welchen Sie vielleicht in Europa oder von islamischen Fundamentalisten in Kosova aufgeschnappt haben


Tung Max Brym

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museum-der-arbeit.de


jüdischen Arbeiterbewegung



Herr Brym,


F. J.machen Sie doch mal Urlaub. Vernünftige Leute werden die Situation in Kosova schon in den Griff bekommen


Antwort- War schon in Urlaub tut mir Leid.

Max Brym