Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
09:33
17.10.2019
Leserbrief- Ich sympathisiere mit der Sozialistischen Partei Kosovas und bin ein aufmerksamer Leser von Kosova-Aktuell. Viele ihrer Berichte kann ich unterschreiben. Dennoch stelle ich bei Ihnen einen gewissen Linksradikalismus fest. Die „Sozialistische Partei Kosovas hat hingegen ein durchdachtes soziales sozialdemokratisches Programm. Insbesondere

kritisiert die SPK den wilden Privatisierungsprozess in Kosova, die SPK verlangt ein Arbeitsgesetzbuch für die Arbeiter in Kosova. In der Realität arbeitet sich die SPK als wirklich linke Kraft an den lösbaren Problemen ab. Sie hingegen drucken utopische und gefährliche Artikel von Agon Hamza und Besnik Pula ab. Beide sind linksradikale Philosophen ohne jeglichen Bezug zur Realität. Offensichtlich wollen die BEIDEN den längst verstorbenen Kommunismus zu neuem Leben erwecken. Auch bei Ihnen entdecke ich die Neigung zur Utopie und zum Linksradikalismus


A. S.

PS: Ich bin nur ein Sympathisant der SPK. Bitte berücksichtigen Sie das in Ihrer Antwort.


Antwort Kosova braucht eine linke Realpolitik


Sehr geehrter Herr S. Ihre Probleme mit Agon Hamza und Besnik Pula müssen Sie mit den BEIDEN genannten selbst klären. Ich kann nur für mich selbst antworten. Tatsache ist, sowohl Hamza und Pula, publizieren viel im Internet und in Zeitungen wie „ Koha Ditore“. Es ist sehr schade, dass Sie in ihrer Kritik an den beiden kein einziges sachliches Argument bringen. Die Bezeichnung „LINKSRADIKALER“ gilt leider in Kosova immer noch als Standartformel, um politische Gegner zu diffamieren.Tatsache ist jedoch, dass Kosova eine durchdachte linke Politik benötigt. Dies beinhaltet die Ablehnung jeder Privatisierung, höhere Löhne, sowie ein wahres Arbeitsgesetzbuch, dass den Namen verdient. Auch Forderungen wie Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich gehören dazu. Gegenwärtig beschäftigt die KEK noch 5000 Arbeiter. Meist müssen die Kollegen und Kolleginnen unbezahlte Überstunden leisten. Eine radikale Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich könnte die Beschäftigungszahl auf 10.000 erhöhen. Am Bau wird bis zu 14 Stunden zu Hungerlöhnen abgeschuftet. Dies gehört sofort abgeschafft. Voraussetzung dafür ist die Ablehnung jeglicher Privatisierung und die RE- Vergesellschaftung von Betrieben wie Ferronikel. Linke Politik in Kosova muss auf die Verstaatlichung der Großbanken hinauslaufen. Es ist unmöglich, die PRO Credit Bank und die Raiffeisenbank weiter in Kosova zu belassen. Es geht nicht, dass speziell die Bauern 15% Zinsen bezahlen. Aller Reichtum muss den Menschen in Kosova gehören. Jedes herumdoktern an der Privatisierung ist illusionär. Genauso wie der sozialdemokratische Traum den Kapitalismus bändigen zu können. Aber die aktuelle Sozialdemokratie hegt nicht einmal mehr diesen Anspruch. Sie ist in vielen Ländern wie Griechenland als neoliberale Kraft am massiven Sozialabbau beteiligt. Eine realistische linke Politik muss erkennen, dass der Kapitalismus am Ende ist. In Kosova ist der Vertreter der SPK über die Liste der PDK von Hashim Thaci ins Parlament gerutscht. Bis auf gelegentliche positive „ Ausrutscher“ wird die Politik von Thaci und Limaj, sowie der EULEX mitgetragen. Das ist keine linke Realpolitik sondern nackter Verrat an den Armen und den Arbeitern in Kosova. Realistisch betrachtet ist der Kapitalismus am Ende, er kann den Menschen nichts mehr bieten. Letzteres gilt auch für Kosova. Die Korruption welche in Kosova wütet, wütet nicht nur in Kosova. Von Wladiwostok bis Durres ist die Privatisierung der natürliche Begleiter der Korruption. Weder die Schaukämpfe der Eulex, noch die Floskeln der SPK gegen die Korruption ändern daran irgendetwas. . Die


Max Brym