Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
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17.10.2019
Im Jahr 1988 gab es in Kosovo 237.500 beschäftigte Arbeiter.Während es im Jahr 2004 laut offizieller Statistik, 74.008 beschäftigte Arbeiter gab. Im Jahr 1988 waren in Kosova 104.143 Arbeitslose registriert. Während im Jahr 2004 335.948 Arbeitslose registriert wurden. In den Jahren 1970-80 hatte Kosova 8567 kleine Handwerksbetriebe, heute

werden in Kosova 4561 kleinere Handwerksbetriebe gezählt. Der Durchschnittsverdienst der Beschäftigten liegt gegenwärtig bei 200 Euro.Bis zum Jahr 1990 waren die Löhne und die Kaufkraft in Kosova viel höher. Die Kosten für Elektrizität waren bis 1990 wesentlich günstiger als heute. Heute haben die Menschen enorme Probleme die Stromkosten zu begleichen weil sie keine Arbeit haben. Es ist mehr als zynisch wenn der Parlamentsabgeordnete Xhavit Haliti, (PDK) einst als Oppositionspolitiker billigen Strom für die Einkommensschwachen Gruppen forderte und jetzt als wichtiges Mitglied des Parlaments unter der Regierung Thaci ,die säumigen Zahler beschimpft.Der Leiter des vierten Säule der UNMIK erklärte am 30. Januar 2008 gegenüber dem Sender RTK: „Die sozialen Unternehmen Kosovos verbleiben im Eigentum Serbiens nach der UN Resolution 1244“. Damit ist erklärbar warum von den Verkaufserlösen im Privatisierungsprozess, welcher nebenbei gesagt von Milosevic 1990 eingeleitet wurde unten nichts ankommt. Der Erlös von über 460 Millionen Euro seit 1999 ist größtenteils bei internationalen Banken eingefroren. Die Eigentumsfragen werden verhandelt und geordnet. Die Ansprüche der Alteigentümer aus der Milosevic Zeit wurden anerkannt. Grundsätzlich läuft der neoliberale Privatisierungsprozess in Kosova auf der Basis der Wirtschaftsgesetze von Milosevic aus dem Jahr 1990. Damals wurden den Arbeitern 20% vom Betriebsvermögen als Eigentum zugesprochen, die restlichen 80% bekam der serbische Staat, bestimmte Bürokraten, sowie diverse Privateigentümer. Ein Musterbeispiel dafür ist Trepca. In Trepca investierten in den neunziger Jahren eine französische und eine größere griechische Firma. Die UNMIK- EULEX setzt den brutalen Enteignungskurs aus der Milosevic Zeit fort und übertrifft dabei in negativer Hinsicht das alte titoistische repressive Regime in Kosova, aus den achtziger Jahren.


Import - Export- Kolonialismus


Ende der achtziger Jahre betrug der Warenexport aus Kosova 1,8 Mrd. Dinar. Dem standen Importe von 1,5 Mrd. Dinar gegenüber. Kosova machte bis Ende der achtziger Jahre relativ autonom Geschäfte mit vielen Ländern in Europa, in Amerika und in Asien. Gegenwärtig exportiert Kosova hauptsächlich Altmetalle ins Ausland. Die Zeitung Kosova Sot schrieb am 20. Dezember 2009; „ Kosova hat ein enormes Außenhandelsbilanzdefizit. Im Monat Oktober 2009 wurden Waren im Wert von 185,2 Millionen Euro importiert und Waren im Wert 19,3 Millionen Euro exportiert.“ Dazu kommen Waren im Wert von 2 Milliarden Euro im Schnitt jedes Jahr nach Kosova. Dies ist aber nur eine offizielle Zahl, da die Grenze im Norden Kosovas offen sind und viele Waren ohne REGISTRIERUNG und Zoll nach Kosova gelangen. Auf der anderen Seite gibt es einen faktischen Handelsboykott durch den serbischen Staat gegenüber kosovarischen Produkten. Die subventionierten Exporte Serbiens in die kosovarischen Läden, führt zu einer rapiden Ruinierung der kosovarischen Bauernschaft. All diese Fakten belegen, dass heute Kosova in Punkto Souveränität und sozialer Sicherheit, weit hinter den Status aus den achtziger Jahren zurückgefallen ist.


Der politische Status Kosovas


Im Kosova wurden im Jahr 1987 - 4363 Personen durch den titiostischen Repression sapperat verurteilt.. Während im Jahr 2004 insgesamt 5734 Menschen verurteilt wurden.Im Jahr 1989 hatte Kosova knapp 38.000 Menschen im Rahmen der Territorialverteidigungsgruppen unter Waffen. Im jetzigen KSF sind nur noch 2500 Menschen beschäftigt. Die 2500 Leute sind aber keine Soldaten, sondern eine zivile Truppe hauptsächlich zur Bekämpfung von Naturkatastrophen. Soldaten stellt nur noch die NATO in Kosova. Dafür ist das Land heute ethnisch geteilt. Die Gemeinden Zvecan, Zubin Potok, Leposavic, und Nord-Mitrovica sind seit Jahren faktisch direkt an Serbien gebunden. Es gibt ein eigenes Finanzierungssystem, eine andere Währung, und eigene bewaffnete Kräfte. Die Schulbücher und das Lehrpersonal kommen direkt aus Belgrad. In Nord Mitrovica gibt es eine ethnisch reine serbische Universität und Klinik. Der Athisaari- Plan bezieht diese ethnische Teilung Kosovas nun auf das gesamte Land. Letzteres nennt sich Dezentralisierung. Im titoistischen Jugoslawien galt Kosova zumindest noch als einheitliches Gebilde, als autonomes politisch rechtliches Subjekt. Im Jahr 2006 kam es bereits zur politischen Anerkennung der Dezentralisierung. Offiziell wurde der Beginn der serbischen Autonomie im Kosovo eingeleitet. Nach Gesprächen in Belgrad, des „stellvertretenden Sonderbeauftragten des Generalsekretärs der Vereinten Nationen“ über den Status des Kosovo, Albert Rohan, wurde das praktische Modell der Dezentralisierung in Kosova festgelegt . Akzeptiert wurde von Rohan der Vorschlag Serbiens, Kosova nach ethnischen Kriterien zu teilen. Daher 24% des Landes sollten legal den serbischen Parallelstrukturen zugeschlagen werden. Letzteres fand seinen Niederschlag im Athisaari-Plan als Voraussetzung für die „überwachte Unabhängigkeit“ Kosovas. Zurecht schrieb die „Frankfurter Allgemeine Zeitung''''( Faz)am 3. Januar 2008: „ Kosovo erhält Unabhängigkeit aus zweiter Hand. ''


Stichworte zur sozialen Lage


Die Zeitung Express hatte am 23. Mai 2005, die Schlagzeile „Blut für Brot“. In dem Bericht steht-“Bedri Ismaili aus Podujeva verkauft monatlich sein Blut aus seinem Körper, um seine Familie ernähren zu können.“


Einige Zeitungen berichten im April 2007-“Die Gehälter der irischen KEK Mitarbeiter liegen pro Person bei 30 000 Euro.“ Die internationalen Kräfte der KEK lehnen jede Stellungnahme ab. Direktor Shea McGoldrick, erklärte: „Er habe eine Schweigepflicht und er sei keiner Behörde Kosovas gegenüber verantwortlich.“ Dies gilt auch heute unter der Herrschaft der EULEX


  1. Juli 2008. Die Anti-Korruptions-Agentur stellt fest ;“Innerhalb der letzten sechs Monate, verlor der Haushalt Kosovas durch Korruption 6 Millionen Euro.

In Kosova kann man ohne Geld keinen Arzt und kein Krankenhaus aufsuchen. Gegenwärtig leben 18% der Menschen in Kosova in absoluter Armut mit weniger als einem Euro pro Tag. Dazu kommen 36% der Bevölkerung -welche in Armut- von weniger als 2 Euro am Tag leben müssen. Kosova hat die höchste Arbeitslosenzahl in Europa.


Fazit


Die Lebenslage der Menschen in Kosova hat sich in den letzten 20 Jahren enorm verschlechtert. Dies wurde durch das offen chauvinistische Milosevic Regime in den neunziger Jahren und danach durch -die internationalen westlichen Staaten- in Kosova seit 1999 bewirkt. Aber nicht nur der Lebensstandart ging zurück, sondern auch der rechtliche und politische Status Kosovas, verschlechterte sich extrem. Dies soll keine Rechtfertigung des alten titoistischen Jugoslawiens sein. Allerdings beanspruchte der Titoismus noch die Begrifflichkeiten „Kommunismus“ und „Internationalismus“. Dadurch waren dem offenen Chauvinismus und der offenen sozialen Entrechtung der Menschen bestimmte Grenzen gesetzt. Gegen den alten Titoismus war eine politische Revolution nötig. Gegen den aktuellen serbischen Nationalismus und die EULEX Kolonialherren bedarf es hingegen einer politischen und sozialen Revolte.

Quellen Statistisches Jahrbuch der SAP Kosovo, 1989.
Allgemeine Statistik. Kosovo in Zahlen 2005. Statistisches Amt des Kosovo.
Fragen der nationalen Sicherheit in Kosova. Ramadan Qehaja. Pristina 2004.
Arbeitnehmer in Kosova bis 1990. Dr. Beqir Sadikaj. Pristina 2004.


Anmerkung der Redaktion- Die Rubrik Diskussion und Debatte gibt nicht die Meinung der Redaktion wieder. Redaktion von Kosova-Aktuell.