Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
08:08
06.07.2020

Vollbild anzeigenIn Kosova gibt es extreme Armut und extremen Reichtum. In der Realität gibt es einen fundamentalen Interessengegensatz zwischen den Mafiakreisen und den Massen. Zudem ist die nationale Frage in Kosova nicht gelöst. Der serbische Staat unterminiert Kosova und bleibt bei seinen chauvinistischen Ansprüchen gegenüber Kosova. Außerdem bestimmt in Kosova die EULEX und die US Botschaft wo es lang geht. Eigentlich bietet Kosova    ------------- Foto Dimitrije_tucovic.jpg ----------

gute Voraussetzungen, um radikale linke Politik zu betreiben. Dennoch ist es schwer in Kosova ein Linker zu sein. Ständig gibt es Verwechslungskomödien. Viele Leute glauben im Nachhinein immer noch, dass Milosevic Sozialist war. Damit schmeißen sie dem Nationalisten Milosevic, in unverdientes Lob in das Grab hinterher . Es ist notwendig klarzustellen, dass linke Klassiker wie Lenin ,Trotzki , oder gar Marx, in der nationalen Frage stets Demokraten waren und das Recht auf Selbstbestimmung unterstützten. Wirklich serbische Sozialisten wie D. Tucovic, oder der erst vor einigen Jahren verstorbene ehemalige Architekt Bogdan Bogdanovic, traten für das Recht auf Selbstbestimmung ein. Auch der deutschen Linken sei dies ins Stammbuch geschrieben. Die Mehrheit dieser Linken unterstützt direkt oder indirekt den serbischen Standpunkt. Diese Haltung ist nicht nur antimarxistisch sondern er schadet auch der Herausbildung einer wirklich linken Kraft in Kosova. Es ist jedoch in Kosova wichtig eine marxistische Linke herauszubilden. Deshalb unten einige Ausführungen von linken Theoretikern ,Politikern und Praktikern u.a. zur Balkanfrage

 Diskussionsbeitrag von Chr. Kabaktschielf am 2 Weltkongress der Komintern 1920

 

Chr. Kabaktschielf:

Der Balkan am Vorabend der Revolution

Der Balkankrieg von 1912 war der Vorbote des imperialistischen Weltkrieges. Dieser Krieg wurde geführt nicht für die nationale Befreiung und Vereinigung der Balkanvölker, sondern für die Eroberung, für die Verteilung der europäischen Erbschaft des türkischen Balkanstaates, sowie für die Gewinnung neuer Markte und neuer Handelsfronten für die Balkanbourgeoisie. Diese versteckte aber die wirklichen imperialistischen Ziele dieses Krieges unter der Maske der,,Nationalideale", und es gelang ihr, die große Volksmassen in den Krieg hineinzutreiben. Der sogenannte Balkanbund entstand unter Russlands Vormundschaft bez. der der Entente. Bulgarien, das Zentrum des Balkanbundes und seiner aggressiven Politik, erlitt in diesem Kriege, eine völlige Niederlage. Die Verbündeten gerieten in Streit bei der Verteilung der gemachten Beute, und Mazedonien,. wo ca. I Million Bulgaren leben, wurde von Serbien erobert. Die Nationalvereinigung des bulgarischen Volkes wurde nicht erreicht. Damit wurde das Samenkorn zu. einem neuen Krieg, zu einem Revanchekrieg gelegt. Die frühere Bulgarische Sozialistische Arbeiterpartei, jetzt Kommunistische Partei Bulgariens genannt, wandte sich entschieden gegen diesen sogenannten Nationalkrieg., Dasselbe tat auch die Bruderpartei in Serbien. Die Voraussagen dieser beiden Parteien für das Ende des Krieges haben sich verwirklicht. Aber der Balkankrieg war nicht nur ein Krieg zwischen den Balkanvölkern. An ihm nahmen hinter den Kulissen ------

 

Lenin 2 Weltkongress der Kommunistischen Internationale

 

"In Bezug auf die zurückgebliebeneren Staaten und Nationen, in denen feudale oder patriarchalische und patriarchalisch-bäuerliche Verhältnisse überwiegen, muss man insbesondere im Auge behalten:

erstens die Notwendigkeit, dass alle kommunistischen Parteien die bürgerlich-demokratische Befreiungsbewegung in diesen Ländern unterstützen; die Pflicht zur aktivsten Unterstützung haben in erster Linie die Arbeiter desjenigen Landes, von dem die zurückgebliebene Nation in kolonialer oder finanzieller Hinsicht abhängt;

zweitens die Notwendigkeit, die Geistlichkeit und sonstige reaktionäre und mittelalterliche Elemente zu bekämpfen, die in den zurückgebliebenen Ländern Einfluss haben;

drittens die Notwendigkeit, den Panislamismus und ähnliche Strömungen zu bekämpfen, die die Befreiungsbewegung gegen den europäischen und amerikanischen Imperialismus mit einer Stärkung der Positionen der Khane, der Gutsbesitzer, der Mullahs usw. verknüpfen wollen;

viertens die Notwendigkeit, speziell die Bauernbewegung in den zurückgebliebenen Ländern gegen die Gutsherren, gegen den Großgrundbesitz, gegen alle Erscheinungsformen oder Überreste des Feudalismus zu unterstützen und darauf hinzuarbeiten, dass die Bauernbewegung weitgehend revolutionären Charakter einnimmt, indem man ein möglichst enges Bündnis zwischen dem kommunistischen Proletariat Westeuropas und der revolutionären Bewegung der Bauern im Osten, in den Kolonien und überhaupt in den zurückgebliebenen Ländern herstellt. Insbesondere sind alle Anstrengungen darauf zu richten, die Grundprinzipien des Rätesystems auf Länder anzuwenden, in denen vor-kapitalistische Verhältnisse herrschen, und zwar durch Gründung von „Räten der Werktätigen“ usw.;

fünftens die Notwendigkeit, einen entschiedenen Kampf zu führen gegen die Versuche, den bürgerlich-demokratischen Befreiungsströmungen in den zurückgebliebenen Ländern einen kommunistischen Anstrich zu geben. Die Kommunistische Internationale darf die bürgerlich-demokratischen nationalen Bewegungen in den Kolonien und zurückgebliebenen Ländern nur unter der Bedingung unterstützen, daß die Elemente der künftigen proletarischen Parteien, die nicht nur dem Namen nach kommunistische Parteien sind, in allen zurückgebliebenen Ländern gesammelt und im Bewußtsein ihrer besonderen Aufgaben, der Aufgaben des Kampfes gegen die bürgerlich-demokratischen Bewegungen innerhalb ihrer Nation, erzogen werden. Die Kommunistische Internationale muß ein zeitweiliges Bündnis mit der bürgerlichen Demokratie der Kolonien und der zurückgebliebenen Länder eingehen, darf sich aber nicht mit ihr verschmelzen, sondern muß unbedingt die Selbständigkeit der proletarischen Bewegung – sogar in ihrer Keimform – wahren;

sechstens die Notwendigkeit, unter den breitesten Massen der Werktätigen aller, insbesondere aber der zurückgebliebenen Länder unentwegt jenen Betrug aufzudecken und anzuprangern, den die imperialistischen Mächte systematisch begehen, indem sie scheinbar politisch unabhängige Staaten schaffen, die jedoch wirtschaftlich, finanziell und militärisch vollständig von ihnen abhängig sind; bei der heutigen internationalen Lage gibt es für die abhängigen und schwachen Nationen keine andere Rettung als einen Bund der Räterepubliken.



12.

Die jahrhundertelange Unterdrückung der kolonialen und schwachen Völker durch die imperialistischen Mächte hat bei den werktätigen Massen der unterdrückten Länder nicht nur Erbitterung, sondern auch Mißtrauen gegen die Unterdrückernationen überhaupt und auch gegen das Proletariat dieser Nationen hinterlassen. Der niederträchtige Verrat am Sozialismus, den die Mehrheit der offiziellen Führer dieses Proletariats in den Jahren 1914 - 1919 beging, als unter der sozialchauvinistischen Flagge der „Vaterlandsverteidigung“ das „Recht“ der „eigenen“ Bourgeoisie auf Unterdrückung der Kolonien und Ausplünderung der finanziell abhängigen Länder verteidigt wurde, mußte dieses vollauf berechtigte Mißtrauen unweigerlich noch verstärken. Je rückständiger anderseits ein Land ist, desto stärker sind in ihm die landwirtschaftliche Kleinproduktion, der patriarchalische Geist und die Krähwinkelei, die den am tiefsten verwurzelten keinbürgerlichen Vorurteilen, nämlich den Vorurteilen des nationalen Egoismus und der nationalen Beschränktheit, unvermeidlich zu besonderer Kraft und Dauerhaftigkeit verhelfen. Da diese Vorurteile erst nach dem Verschwinden des Imperialismus und des Kapitalismus in den fortgeschrittenen Ländern und nach der radikalen Umgestaltung aller Grundlagen des wirtschaftlichen Lebens der zurückgebliebenen Länder verschwinden können, geht das Absterben dieser Vorurteile notwendigerweise nur sehr langsam vor sich. Daraus erwächst dem klassenbewußten kommunistischen Proletariat aller Länder die Pflicht, sich besonders behutsam und besonders aufmerksam zu den überlebenden nationalen Gefühlen in den am längsten unterdrückten Ländern und Völkern zu verhalten, wie auch die Pflicht, gewisse Zugeständnisse zu machen, damit dieses Mißtrauen und diese Vorurteile rascher überwunden werden. Ohne das freiwillige Streben des Proletariats, und dann auch aller werktätigen Massen aller Länder und der Nationen der ganzen Welt, nach einem Bund und nach Einheit kann das Werk des Sieges über den Kapitalismus nicht mit Erfolg vollendet werden.

 Die jahrhundertelange Unterdrückung der kolonialen und schwachen Völker durch die imperialistischen Mächte hat bei den werktätigen Massen der unterdrückten Länder nicht nur Erbitterung, sondern auch Mißtrauen gegen die Unterdrückernationen überhaupt und auch gegen das Proletariat dieser Nationen hinterlassen. Der niederträchtige Verrat am Sozialismus, den die Mehrheit der offiziellen Führer dieses Proletariats in den Jahren 1914 - 1919 beging, als unter der sozialchauvinistischen Flagge der „Vaterlandsverteidigung“ das „Recht“ der „eigenen“ Bourgeoisie auf Unterdrückung der Kolonien und Ausplünderung der finanziell abhängigen Länder verteidigt wurde, mußte dieses vollauf berechtigte Mißtrauen unweigerlich noch verstärken. Je rückständiger anderseits ein Land ist, desto stärker sind in ihm die landwirtschaftliche Kleinproduktion, der patriarchalische Geist und die Krähwinkelei, die den am tiefsten verwurzelten keinbürgerlichen Vorurteilen, nämlich den Vorurteilen des nationalen Egoismus und der nationalen Beschränktheit, unvermeidlich zu besonderer Kraft und Dauerhaftigkeit verhelfen. Da diese Vorurteile erst nach dem Verschwinden des Imperialismus und des Kapitalismus in den fortgeschrittenen Ländern und nach der radikalen Umgestaltung aller Grundlagen des wirtschaftlichen Lebens der zurückgebliebenen Länder verschwinden können, geht das Absterben dieser Vorurteile notwendigerweise nur sehr langsam vor sich. Daraus erwächst dem klassenbewußten kommunistischen Proletariat aller Länder die Pflicht, sich besonders behutsam und besonders aufmerksam zu den überlebenden nationalen Gefühlen in den am längsten unterdrückten Ländern und Völkern zu verhalten, wie auch die Pflicht, gewisse Zugeständnisse zu machen, damit dieses Mißtrauen und diese Vorurteile rascher überwunden werden. Ohne das freiwillige Streben des Proletariats, und dann auch aller werktätigen Massen aller Länder und der Nationen der ganzen Welt, nach einem Bund und nach Einheit kann das Werk des Sieges über den Kapitalismus nicht mit Erfolg vollendet werden.“------



Link Komplettes Buch von Tucovic Serben und Albaner http://www.agmarxismus.net/vergrnr/m15_2.htm



Unbedingt bestellen Leo Trotzki „Die Balkankriege“ unter

http://www.amazon.de/Die-Balkankriege-1912-13-Leo-Trotzki/dp/3886340589/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1359712351&sr=1-1