Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
04:59
10.07.2020

Hallo seid ihr Sozialisten oder Nationalisten ? Mir scheint dass ihr oft versucht Sozialismus und Nationalismus in der Kosova- Frage zu kombinieren. Dies ist nach meiner Auffassung nicht möglich. Ihr müsst euch entscheiden für was ihr genau steht. Steht ihr auf der Seite der Arbeiter und der Armen, oder wollt ihr einfach nur die Albaner zusammenführen ohne jegliche Differenzierung. Wo bleibt bei euch der Internationalismus ? Bitte beantwortet diese

Fragen.

 Karl M. Wien

 

Antwort der Redaktion

 

Wir stehen bedingungslos an der Seite der Ausgebeuteten, der Unterdrückten und der Arbeiter. Die Menschen in Kosova müssen letztendlich das soziale Elend beseitigen und ihr Selbstbestimmungsrecht verwirklichen. Es gibt neben der sozialen Unterdrückung aber auch eine nationale Unterdrückung. Letzteres ist etwas womit Österreicher und Deutsche nicht konfrontiert sind. In diesen Ländern gibt es nur den entscheidenden Gegensatz zwischen Kapital und Arbeit. In Kosova aber gibt zusätzlich zwei kolonialistische Unterdrückungsmechanismen. Es existiert der serbische Kolonialismus und der neue Kolonialismus in der Form der EULEX. Beide kolonialistische Mächte verweigern in unterschiedlicher Form den Albanern das Selbstbestimmungsrecht. Aus diesem Grund existiert neben der sozialen Unterdrückung, die nationale Unterdrückung. Gelöst werden kann die Frage nur auf Klassenbasis. Nur die Arbeiter die Bauern und die Armen werden gegen die nationale Unterdrückung kämpfen. Dabei ist eine irgendwie geartete Einheit mit der Mafia- Bourgeoisie in Kosova und Albanien unmöglich. Im Rahmen des Gesetzes der ungleichzeitigen und kombinierten Entwicklung, muss die soziale und die nationale Frage gleichzeitig gelöst werden. Jede Etappentheorie welche zuerst die nationale und dann die soziale Frage lösen will ist unsinnig. Dies heißt: Wir setzen auf einen permanenten revolutionären Prozess- Nur die Unterdrückten können die nationale Untedrückung beseitigen, dabei werden sie gleichzeitig die soziale Frage stellen. Die Bestrebungen der Massen in Kosova richten sich nicht gegen andere Nationalitäten. Ganz im Gegenteil: Die Serben, Roma, Türken und Ägypter, sollen in Kosova völlig gleiche Rechte erhalten. Diese Ambitionen richten sich gegen die Lokalisierungsversuche der EULEX und des serbischen Staates. Die US Botschafterin und der deutsche Botschafter sprechen ständig von Multiethnizität. Damit werden die Menschen entlang ethnischer Linien geteilt. Es kommt aber auf die gemeinsamen Klasseninteressen an. Dabei existiert das Recht der Mehrheitsbevölkerung bei völliger rechtlicher Gleichbehandlung der Minderheiten, per Mehrheitsentscheid, die Form ihrer staatlichen Zugehörigkeit zu lösen. Ein Nationalist ist derjenige welcher den Menschen in Kosova das demokratische Recht auf Souveränität vorenthält . Dies beinhaltet das Recht auf völlige Loslösung von Serbien.

 

Für die Redaktion Max Brym