Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
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06.07.2020

Viele Dinge werden in Kosova grob vereinfacht dargestellt. Da gibt es die guten Ukrainer, die bösen Russen und die guten Albaner. Am allerbesten sind oft die „ Deutschen“. Völlig abstrahiert wird dabei von realer Geschichte von der Existenz unterschiedlicher Klassen mit völlig unterschiedlichen Interessen. Der deutsche

Faschismus und der deutsche Imperialismus waren für den Zweiten Weltkrieg und das größte Massenverbrechen, die Shoah verantwortlich. Dem entgegen steht die einfache These von den „ guten Deutschen“ in Kosova. Ja es gab und gibt gute Deutsche. Aber die Kultur eines Heinrich Heine hatte nichts mit dem Massenmörder Heinrich Himmler gemein. Der Kampf gegen den Faschismus war und ist ein Ruhmesblatt in der albanischen Geschichte. Die Erinnerung daran wollen Rechte und neoliberale Schwachköpfe in Kosova negieren. Deshalb ist es völlig richtig für den Kommandanten der antifaschistischen Partisanen in Kosova Fadil Hoxha ein Denkmal in Gjakova zu errichten. Völlig daneben ist hingegen die Haltung von Hashim Thaci. Ministerpräsident Thaci sprach sich gegen diese Ehrung von Fadil Hoxha aus. Objektiv betrachtet geht es nicht um die Politik von Fadil Hoxha im ehemaligen Jugoslawien. Nein Fadil Hoxha kämpfte gegen den Faschismus und gegen die Kollaboration mit den Nazis in den vierziger Jahren .

Zur Person Fadil Hoxha erklärte der alte Antifaschist Vehab Shita aus Kosova im Jahr 2010 in einem Interview mit Kosova- Aktuell: „ Vehap Shita-Ab April 1939 bekämpften nur kleine Gruppen in Albanien- hauptsächlich-in Durres und Tirana den faschistischen Feind. Später wurde auch in Kosova klein begonnen aber Sie wissen ja wie stark der Widerstand in Albanien sich entwickelte.

Max Brym- In Deutschland meinen aktuell einige Autoren, in Kosova hätte es hauptsächlich Kollaborateure in dieser Zeit gegeben.

 

Vehap Shita- Das ist kompletter Unsinn. Wir hatten in Kosova mehrere antifaschistische Brigaden. Am Schluss kämpften 50.000 Menschen in den antifaschistischen Brigaden. Die Kollaborateure waren eine kleine Minderheit. Im November 1944 wurde Kosova von unseren Brigaden befreit. Die Truppen von Generaloberst Löhr hatten keine Chance mehr. Unsere Brigaden beteiligten sich weiter am Kampf gegen die deutschen Faschisten, sie kämpften in Kroatien, Slowenien bis nach Kärnten hinein an der Seite der anderen Partisanen aus dem ehemaligen Jugoslawien. Dies sind unbestreitbare historische Fakten.

Max Brym- Was waren wichtige Faktoren für den antifaschistischen Befreiungskampf.?

 

Vehap Shita- Besonders wichtig war die antifaschistische Konferenz von Bujan zum Jahresende 1943. Die Konferenz gestand dem Volk in Kosova zu, sich mit Albanien zu vereinigen wenn das Volk am antifaschistischen Befreiungskampf teil nimmt. Dieses Recht auf Selbstbestimmung Kosovas erkannte auch die Konferenz von Teheran im Jahr 1943 an.

Max Brym- Wie ist eigentlich ihre persönliche Meinung von Fadil Hoxha

 

Vehap Shita-1947 hatte ich wegen meiner Haft keine gute Meinung von Fadil Hoxha. Denn er war für Inneres in Kosova zuständig. Dennoch bleibt für mich Fadil Hoxha, der große General unseres antifaschistischen Befreiungskampfes. Fadil Hoxha war eine vielschichtige Persönlichkeit. Keinesfalls darf General Hoxha aus unserem nationalen Gedächtnis verschwinden. Er war ein großer Mann.


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Bild Fadil Hoxha