Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
18:41
22.09.2018

 Sehr geehrte Redaktion, sehr geehrter Herr Brym ich habe die Angriffe von einigen dummen Landsleuten gegen Ihre Zeitung im allgemeinen und gegen Herrn Brym im besonderen auf diversesten Facebook-Seiten mitbekommen. Immer wieder wird Herrn Brym dort vorgeworfen, dass er „Sozialist“ und damit in „Wirklichkeit ein Feind der Albaner im Kosova und in Albanien sei“. Diese Vorwürfe sind mehr als absurd und dumm. Ich selbst bezeichne

mich als Patriot und als Sozialist. Dieser Patriotismus steht in scharfem Gegensatz zu jedem aggressiven Nationalismus. Das albanische Volk in Kosova tritt spätestens seit der Liga von Prizren ( 1878) für die Vereinigung der Albaner und ihr Selbstbestimmungsrecht ein. Gegen diesen Wunsch des albanischen Volkes wandte sich zuerst Bismarck und natürlich immer aggressiver der serbische Chauvinismus. Nur Sozialisten wie der Wiener Journalist Leo Freundlich, Leo Trotzki und der tatsächliche serbische Sozialist D. Tucovic, traten während der Balkankriege 1912-13 gegen die serbischen Massaker und den aggressiven serbischen Machtanspruch bezüglich Kosova auf. Nach dem Ersten Weltkrieg trat die damalige Kommunistische Internationale, unter der Führung von Lenin, Trotzki und Sinowjew gegen die Unterdrückung der Albaner, damaligen „Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen“ auf. In diesem Königreich waren die Albaner schon per Definition ausgeschlossen . Im späteren Jugoslawien ( Südslawen) spitzte sich die Unterdrückung der Albaner vor Beginn des Zweiten Weltkrieges immer mehr zu. Nach der faschistischen Besatzung entstand zuerst in Albanien eine antifaschistische Massenbewegung und ein mächtiger Partisanenkampf. Mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung dominierten auch in Kosova, die antifaschistischen Partisanen unter Führung von Fadil Hoxha, das politische Geschehen. Den Antifaschisten, in Kosova wurde in der Erklärung von Bujan 1943/44 zugesichert:“ Dass sie nach dem Sieg über den Faschismus das Recht hätten sich mit ihrer Mutter Albanien zu vereinigen .“ Dieses Versprechen wurde von Tito gebrochen, indem er 1946 erklärte:“ Kosovo gehört zu Albanien wir werden es zurückgeben aber jetzt noch nicht, denn der serbische Chauvinismus ist noch zu stark .“ Bekanntlich versank ab dem Jahre 1980 das ehemalige Jugoslawien in eine immer tiefer werdende Wirtschaftskrise. Ende der Achtzigerjahre mutierten zunehmend ehemalige „ Kommunisten“ zu wilden Nationalisten . Der Hauptverantwortliche für diesen Nationalismus -ohne Grenzen- war Slobodan Milosevic. Gegen die Aufhebung der Autonomie Kosovas demonstrierten im Jahr 1989 speziell die albanischen Bergarbeiter aus Mitrovica , unter roten Fahnen, jugoslawischen Fahnen und albanischen Fahnen. Milosevic hingegen machte sich mit der serbischen orthodoxen Kirche und den serbischen Tschetniks gemein und führte einen nationalistischen Akt nach dem anderen durch . Diese Politik von Milosevic war nicht links sondern sie war rechts. Der albanische Nationalismus hingegen war eine reaktiver Nationalismus, ohne die nationalen Rechte anderer Nationen zu bedrohen . Aus diesem Grund ist der Patriotismus in Kosova links und nicht rechts. Es gilt zu unterscheiden zwischen dem Nationalismus einer unterdrückenden Nation und dem Nationalismus einer unterdrückten Nation . Diese Unterscheidung ist wichtig, oder wie es der deutsche Philosoph Hegel ausdrückt: „ Das Entscheidende ist die Differenz“. Wer dies nicht begreift begreift nichts . Einige Landsleute von mir behaupten, dass nur eine rechte Politik das richtige wäre. Diese Behauptung ist mehr als daneben. Die Opposition gegen den serbischen Chauvinismus war historisch von Hasan Prishtina über den kurzzeitigen albanischen Ministerpräsidenten Fan Noli, bis heute links und nicht rechts. Auch die Entstehung der albanischen Widerstandsbewegung ab den sechziger Jahren in Kosova gegen den serbischen Nationalismus wurde ebenso von links her inspiriert. Ein Fehmi Ladrovci war links und nicht rechts . Jeder der das Gegenteil behauptet ist ein absurder Hochstapler bzw. ein kenntnisloser Phrasendrescher. Als Kosova-Albaner bin ich Patriot, Demokrat und Sozialist . Genau diese drei Dinge benötigt unser Volk, genauso wie alle unterdrückten Völker weltweit. In hoch entwickelten kapitalistischen Ländern hingegen wie Deutschland ist jede nationale Parole von Grund auf reaktionär. Die Ursache dafür ist: In Deutschland gibt es soziale Probleme, Ausbeutung aber keinerlei nationale Unterdrückung der Deutschen weil sie Deutsche sind . In solchen Ländern ist die nationale Parolen nur dazu da, die imperiale Rolle solcher Staaten zu unterstützen und die rassistische Unterdrückung von Emigranten zu unterlegen. Anders hingegen ist die Lage in Kosova. Der serbische Staat beansprucht Kosovo nach wie vor laut Verfassung für sich. Die internationale Staatengemeinschaft verweigert dem Volk in Kosova das Recht auf Selbstbestimmung. Kosova ist ethnisch geteilt und viele in der EU warnen vor einem „Großalbanien“. Wenn die Redaktion von Kosova- Aktuell das Recht auf nationale Selbstbestimmung der Kosova-Albaner unterstützt ist das gut und nicht schlecht. Selbstverständlich ist diese Position der Redaktion von Kosova- Aktuell und von Herrn Brym progressiv und links. Alles andere was speziell gegen Herrn Brym auf Facebook geostet wird sind dumme Beleidigungen, verbunden mit blödsinnigen Verschwörungstheorien. Ich bin nicht der Anwalt von Herrn Brym er reagiert selbst sehr gut. Dennoch möchte ich hier bemerken: Max Brym hat nichts mit dem Politiker Gisy in der Kosova Frage gemein. In vielen Artikeln griff Herr Brym die pseudolinken Positionen von Gysi und anderen so genannten Linken speziell in Deutschland bezüglich Kosova an . All das kann in hunderten von Artikeln nachgewiesen werden. Jeder Albaner der versucht Max Brym mit diesen Pseudolinken wie Gysi in Verbindung zu bringen ist ein hirnloser Schwätzer, der seine Tastatur malträtiert . Ich empfehle die Debatte auf bestimmten Facebook Seiten sofort wieder auf sachliche Grundlagen zu stellen. Es gilt zu begreifen: „ Die Zukunft Kosovas kann nur links und nicht recht sein. Jeder der die soziale Lage in Kosovo kennt muss den Kampf für soziale Gleichheit und Demokratie führen. Es geht darum die Arbeiterbewegung zu reaktivieren, den Privatisierungsprozess zu bekämpfen und den Kampf für das Selbstbestimmungsrecht fortzusetzen. Dieser Kampf ist gleichzeitig ein Kampf gegen die neuen Kolonialisten Kosova, die unserem Volk das Selbstbestimmungsrecht mit“ moderneren Methoden“ vorenthalten wie einst und bis dato, der serbische Kolonialismus. Wer Probleme mit Herrn Brym hat sollte zuerst seine Artikel und vor allem sein Buch“ Kosova Kolonie und neoliberales Eldorado“ lesen.

 

 

Bild Fehmi Ladrovci

 



 

 

 

 

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