Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
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18.07.2019

Meinungen zur Massenflucht aus Kosova- Max Brym : „Die deutsche Politik gegenüber den Flüchtlingen ist rassistisch. Die EU hat ganz wesentlich, das Desaster in Kosova mitzuverantworten.“ A.I.-Diese Regierung wurde von den USA und Deutschland durchgesetzt, weil sie den Status quo erhalten wollen“, sagte Ilir Deda von der größten Oppositionspartei Vetevendosje

(Selbstbestimmung) der Deutschen Presse-Agentur in Pristina. „Der ganze Westen sieht die Priorität im Dialog mit Serbien. Doch diese Prioritäten sind nicht die Prioritäten Kosovos und seiner Gesellschaft“, sagte er.“

 

 

Debatte zur inneren Lage in Kosova auf der Facebook Seite „ Antikapitalistische Linke“ zwischen Max Brym und T.T.

 

T.T. „Was ist mit Unternehmern ohne Angestellte, mit Selbständigen/Freiberuflern?“

 

Max Brym- „95 % der registrierten Unternehmen in Kosova sind Familienbetriebe. Dort wird im wesentlichen Selbstausbeutung betrieben. Diese Art von Selbständigkeit ist erzwungen weil zb. in den privatisierten Großunternehmen 76.000 Menschen ihre Arbeit verloren. Es geht nicht darum diese Familienbetriebe zu bekämpfen, sondern darum Arbeitsplätze im öffentlichen Rahmen zu schaffen. Nebenbei werden die Bauern durch Kredite der österreichischen Raiffeisenbank mit 19 % Effektivzins ruiniert. Es muss darum gehen den Kleinbauern mittels der Verstaatlichung der Banken einen Weg aus der Schuldenfalle zu ermöglichen. Früher gab es in Kosova zwei große Düngemittelfabriken. Heute gibt es sie nicht mehr und Düngemittel werden teuer importiert. Was Kosova benötigt ist ein konkretes sozialistisches Programm“

 

T.T. „Und das heißt? Selbständigkeit wird verboten? Kleine Familienbetriebe enteignet?“

 

Max Brym : „ Nein im Gegenteil“

 

T.T. Das Ganze bitte mal konkreter!

 

Max Brym -“ Den Bauern müssen die Zinsen sofort und ersatzlos gestrichen werden. Gleichzeitig sollte ihnen auf freiwilliger Grundlage, die Bildung von Genossenschaften empfohlen werden. Das Kombinat Trepca mit seinen enormen Rohstoffreichtümern muss als gesellschaftliches Eigentum endlich die eigenständige Produktion ermöglicht werden. Die dadurch erzielten Einnahmen müssen zur Hebung des Lebenstarndarts eingesetzt werden. Rücknahme aller Privatisierungen welche zu Lohnkürzungen und Arbeitsplatzvernichtung führten. Die Firma Ferronikel in Drenas wurde 2006 für 36 Millionen Euro privatisiert. Heute hat die Firma einen Gewinn von ca. 100 Millionen pro Jahr. Die Belegschaft wurde von 2000 auf 1000 Personen reduziert. Die Arbeitszeit verlängert und die Umwelt wird gnadenlos aus Profitgründen vergiftet. Ergo soziales Eigentum und gesellschaftliche Interessen vor Profit.

 

Fazit der Redaktion - In Kosova ist eine soziale Revolution nötig und in Europa ein Kampf gegen den Rassismus. Zusätzlich muss darauf hingewiesen werden, dass die neoliberale Politik unter maßgeblicher Beteiligung Deutschlands in Kosova gescheitert ist. Seit der von der deutschen und amerikanischen Botschaft favorisierten Regierung Mustafa- Thaci steigt die Flüchtlingswelle stark an. 

 


Flüchtlinge an der Grenze zwischen Serbien und Ungarn (Foto: dpa)