Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
08:16
29.11.2021

Sehr geehrte Damen und Herren, ich habe das linksradikale Buch von Herrn Brym unter dem Titel „ Kosova- Kolonie und neoliberales El Dorado“ angelesen. Offensichtlich will Herr Brym alles in Kosova schlechtmachen. Der Privatisierungsprozess wird nur kritisiert. Offensichtlich will Herr Brym den Kommunismus wieder salonfähig machen. Es gibt aber zur Marktwirtschaft keine Alternative. Die Kritik an der EULEX und der UNMIK ist eindeutig überzogen. Was mich noch störte ist im historischen Teil die positive Erwähnung der „ Jüdischen Gemeinde“ in Kosova. Was soll das mit den Juden in Kosova ? Ich bin gläubiger Muslim, warum wird fast nichts zur Geschichte des Islam in Kosova geschrieben ? Die Juden haben doch nichts gutes zustande gebracht. Der Herr Brym ist ein marxistischer Jude und behauptet ein Freund der Albaner zu sein. Dies entspricht nicht den Tatsachen. Hoffentlich haben Sie den Mut meine Zuschrift auf ihrer Website abzudrucken.

 

A. B.

 

Antwort der Redaktion

 

Herr B, Sie sind nicht sehr tapfer. Sie schicken uns einen Leserbrief ohne Infos zu Ihrer Person. Ihr Brieflein ist absurd, reaktionär und latent antisemitisch. Es ist ein Ruhmesblatt in der albanischen Geschichte, dass Albanien nach der faschistischen Besatzung 1945, als einziges Land in Europa wesentlich mehr Juden hatte als vor der Besatzung. Der bekannte Jude Albert Einstein, emigrierte über Albanien in den dreißiger Jahren in die USA. Der Jude Einstein leistete bekanntlich wissenschaftlich so einiges. Ihr primitiver Antisemitismus nimmt das nicht wahr. In der Stadt Prizren gibt es ein muslimisches Minarett mit einem Davidstern. Diese einmalige Tatsache wird von Ihnen negiert. Wenn Herr Brym darüber schreibt, so ist das gut und nicht schlecht. In dem Buch von Herrn Brym findet sich auch eine Passage über die heutige „ Jüdische Gemeinde“ in Kosova. Vorsitzender ist Herr Demiri aus Prizren. Offensichtlich gibt es bei ihnen ein fundamentalistisches Islamverständnis kombiniert mit Judenhass. Damit stehen Sie außerhalb der albanischen Geschichte und der bekannten religiösen Neutralität. Sie werfen Herrn Brym vor Marxist zu sein. Na und was ist das für ein Argument ? In der Tat wendet sich Herr Brym gegen den Privatisierungsprozess in Kosova. In dem Buch wird deutlich, dass durch diesen Prozess private Monopole entstehen. Die Folgen davon merkt jeder Bewohner in Kosova, beispielsweise an der Stromrechnung durch die KEDS, nach der Privatisierung der Stromversorgung. Nach ihrer fatalen Logik gibt es wohl dazu keine Alternative. Der Privatisierungsprozess kostete bis dato 76.000 Arbeitsplätze in Kosova. Dies blenden Sie in Ihrer Wahrnehmung völlig aus. Wir empfehlen unseren Lesern und Leserinnen das Buch von Max Brym zu bestellen.

 

Mit unfreundlichen Grüßen

 

Für die Redaktion Agron Sadiku

Anmerkung Bild oben, das Minarett mit dem Davidstern in Prizren 

 

Buch von Max Brym unter http://www.united-pc.eu/buecher/biografie-politik-zeitgeschichte/politik-wirtschaft/kosova-kolonie-und-neoliberales-el-dorado.html