Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
20:34
20.07.2017
Der bundesdeutsche Staatsapparat schiebt rücksichtslos Flüchtlinge in alle Gegenden der Welt ab. Das Grundrecht auf Asyl besteht nur noch auf dem Papier. Menschen mit unsicherem Status müssen jederzeit mit einem gewaltsam durchgeführten Transport zum nächsten freien Flugzeug rechnen. Endgültig gelöst werden soll in diesen Tagen und Wochen, wie es im Behördendeutsch heißt „die Albanerfrage“. Praktisch jede Nacht werden im Bundesgebiet zwischen 3 und 4 Uhr morgens Kosovaalbaner aus den Betten gerissen. Seit neuestem werden Albaner und Albanerinnen auch über den Flughafen Belgrad abgeschoben. Jede Abschiebung ist prinzipiell abzulehnen, es lohnt sich aber dennoch, diese spezifische Abschiebemaßnahme näher zu untersuchen.

In Kroatien gibt es viele Lokale, die den Namen Kinkel und Mock tragen. Klaus Kinkel war bis 1998 deutscher Außenminister und Alois Mock sein österreichischer Amtskollege. Die beiden Namen werden in Kroatien mit der nationalen Unabhängigkeit in Verbindung gebracht. Im Gegensatz zu anderen imperialen Mächten setzte Deutschland auf die nationalen Bewegungen in Kroatien und Slowenien. Die deutsche Politik unter Kinkel war realistisch auf den eigenen Vorteil bezogen. Der jugoslawische Bundesstaat den andere imperialistische Staaten lange Zeit erhalten wollten, war in den neunziger Jahren nicht mehr haltbar.

Am Donnerstag den 8. Januar 04 brachte die kosovarische Tageszeitung Zeri i Dites (Stimme des Tages) mehrere interessante und spannende Artikel. Auf Seite vier steht ein Artikel unter der Überschrift: “Deutsche Rechtsextremisten führen eine Firma in Gjakove“. In diesem Artikel wird auf die kürzlich in Gjakove (Gjakova) gegründete Firma Albacon und ihre Betreiber verwiesen.

Die in Prishtina erscheinende Zeitung „Koha Ditore“ (Tageszeitung ) beschäftigte sich am 7.10.03 mit den Aktivitäten islamisch fundamentalistischer Organisationen in Kosova. Dieses Phänomen ist in Kosova relativ neu. In Kosova sind ca. 70% der Albaner Moslems, fast 20% haben ein römisch- katholisches Glaubensbekenntnis, der Rest gehört entweder keiner religiösen Richtung an, oder ist christlich- orthodox.

Die dokumentierte Debatte (Indymedia) zeigt, dass Vernunft und Unvernunft auch in der Linken beheimatet sind. Ohne mit jeder Aussage der albanischen Kollegen einverstanden zu sein, ist es nützlich ihre Argumente zu kennen. Denn linke Politik sollte differenziert sein. Der Imperialismus kann nur bekämpft werden, wenn die Positionen und die Lage in einem Gebiet bekannt sind.

Mein Artikel “Keine Blumen für Milosevic” in Kalaschnikow erregte einige Gemüter sichtlich. Ein Blick ins Forum genügt, aber auch die Tatsache, dass es niemand für Wert befand, konkret auf meinen Artikel zu antworten. Keiner ging auf meine Argumente und Zitate ein. Nur Gerhard Branstner schrieb unter dem Titel “Wohin mit den Blumen” eine Replik. Wie es sich für einen gelernten Schriftsteller gehört, hat seine Antwort eine gewisse Eleganz. Doch auch die Eleganz und der Witz bewahrt ihn nicht davor, leicht am Thema vorbeizuschreiben. Stattdessen wirft er mir vor “einiges durcheinander zu bringen” und er behauptet, ich wäre “Albanophil”. Demzufolge sehe ich mich veranlasst, nochmals auf Blumen und andere Dinge einzugehen. Ausdrücklich möchte ich betonen, daß die Polemik, nur zum Teil gegen Gerhard Branstner gerichtet ist, denn er hält ja als kluger Geist Milosevic für keinen Sozialisten.

Es gibt Personen, Zeitungsredaktionen sowie Organisationen, die keine Gelegenheit auslassen, um sich zu blamieren. So titelte z.B. die in Berlin erscheinende “Junge Welt” am 15. Februar 2002 in großen Lettern “Der Tag des Milosevic”. Gemeint war die Verteidigungsrede von Slobodan Milosevic vor dem Tribunal in Den Haag. Der Schreiber des Leitartikels, Werner Pirker, bescheinigte dem Angeklakten: “Milosevics Ausführungen waren ruhig, sachlich und von bestechender Logik. Es war die größte Rede seines Lebens.” Ähnliches kann in der “UZ”, der Zeitung der DKP, gefunden werden. Das PDS-nahe “Neue Deutschland” ist etwas diplomatischer, spricht aber dennoch in ziemlich offener Shympatie von “Siegerjustiz”. Allen gemeinsam ist das Ignorieren von Fakten, das Fehlen jeglicher Logik und das nichtwahrgenommene Leid, das der Angeklagte seinen Opfern zufügte.