Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
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24.09.2018
Der Sieg der serbischen Sängerin Marija Serifovic beim Eurovision Song Contest hat in europäischen Fachpresse einige Reaktionen ausgelöst. Der Vorwurf, dass Marija Serifovic mit der „geklauten Melodie“ einer albanischen Sängerin den Sieg errang scheint nicht aus der Luft gegriffen zu sein. Wichtiger als alle fachspezifischen Debatten ist jedoch die Instrumentalisierung des Sieges durch den serbischen Staat sowie durch die serbischen Rechtsradikalen.

Im momentanen politischen Diskurs zu Kosova verwenden westliche Politiker häufig die Formel: „ Schaffung einer multikulturellen Gesellschaft“.oder „multiethnisch“. Diese scheinbar modernen Begrifflichkeiten sollen die Tatsache verschleiern, dass in Wahrheit jede konkrete Form von Politik und von Selbstbestimmung der Bevölkerung Kosovas vorenthalten wird. Die Menschen in Kosova. sollen mit inhaltsloser "Postpolitik" von ihren wirklichen Interessen abgelenkt werden.

Die übliche Reaktion eines Slowenen wäre folgendermaßen: Nein, Slowenien gehört nicht zum Balkan, wir sind Mitteleuropa. Der Balkan ist da unten, er beginnt in Kroatien oder in Bosnien; wir Slowenen sind die letzte Schwelle, das letzte Bollwerk der wahren westeuropäischen Zivilisation gegen den Wahnsinn des Balkans. Diese Distanzierung konfrontiert uns mit der ersten unter den zahlreichen Paradoxien des Balkans: Er war geographisch nie genau umgrenzt, und es scheint so, als ob man niemals eine definitive Antwort auf die Frage >>Wo fängt der Balkan an?<< erwarten könnte.

Die politische Auseinandersetzung zwischen den verschiedenen politischen Gruppen und Parteien in Kosova wird nicht mit religösen Argumenten unterlegt. Dennoch gibt es auch in Kosova Individuen und Gruppen, die diesen Zustand ändern möchten. Institutionen vor allem aus arabischen Staaten versuchen in Kosova- Anhänger zu rekrutieren. Andere erklären den Katholizismus zum Allheilmittel um die weltlichen Probleme zu lösen.

Vorbemerkung: Den Herausgeber von Kosova-Aktuell erreichen unzählige Briefe von albanischen Bürgern. Anbei dokumentieren wir das Schreiben eines Freundes, indem die ganze Wut bezüglich der Situation der Albaner zum Ausdruck kommt Der Brief belegt ausgezeichnet die Haltung vieler Albaner zu aktuellen und historischen Fragen. Im Anhang veröffentlichen wir die Antwort von Herrn Brym zu den Ausführung über die „Rolle der Juden“.


Seit 31.12.05 ist auf der Homepage von Tagesschau.de ein Artikel zu Kosova zu finden. Der Artikel macht die Wichtigkeit der „Kosova-Frage“ gerade auch für die deutsche Diplomatie deutlich. In dem Artikel wird eine Bewertung der politischen Konflikte in Kosova versucht. Zutreffend stellt der Kommentator die Spaltung der Parteienlandschaft in Kosova dar. Allerdings kommt der Bericht nicht zu der Schlußfolgerung, dass für die Bevölkerung die Herrschaft der UNMIK unerträglich geworden ist.

Zwar gibt es in Kosova keine Gesetze mehr, die die Frauenrechte direkt verletzen. Zudem sind auf der gesetzlichen Ebene zahlreiche Fortschritte erzielt worden. So können Frauen sowohl nicht nur auf das Sorgerecht für ihre Kinder oder zumindest auf ein Umgangsrecht im Falle einer Scheidung, sondern auch auf Unterhalt klagen. Dennoch scheitert die Realisierung von letzterem nur allzu oft daran, dass dort, wo nichts ist, auch nichts zu holen ist. Erschwerend kommt dann die mangelnde Absicherung durch den noch unzureichenden Sozialstaat hinzu.